Volleyball: Damen 2 / Herren 2: Zwei mal zwei macht doch nicht sechs - die Zweite holt vier Punkte Zwei mal zwei macht doch nicht sechs - die Zweite holt vier Punkte
Die Zweitvertretungen der Aaseeaten begaben sich heute auf die kurze und dennoch gefahrenvolle Reise nach Halle in die Halle zwei - nicht zu verwechseln mit der Halle eins in Halle. Konsistenz muss ja schließlich gewahrt werden.
Auf der Hinfahrt wurde bereits beim Pausentee das Revier entlang der Route großflächig markiert, sowie die ersten Schultererwärmungsübungen durchgeführt. Derart vorbereitet und mit nur einer minimalen Verspätung von einer durchschnittlichen Monopolypartie/y traf die Zweite bei der Zweiten in Halle zwei ein.

Bisher hatte sich ein hitziges Spiel der zwei Mannschaften gegen den Schiedsrichter entwickelt. Mit seinen zwanzig Jahren Erstligaerfahrung und genauso viel Prozent verbleibender Sehschärfe erwürfelte er sich munter den Unmut beider Teams. Nichtsdestotrotz hatte sich das Spiel um die außergewöhnliche anmutig annehmende Libera Jenny nach einem unkonzentrierten ersten Durchgang (19:25) mit der Zeit stabilisiert. Infolge dieses so zusätzlich absolvierten Aufwärmprogramms konnte das eigentlichen vorhandene aber bis dato schlummernde Potential der ästhetisch ansprechenden blau-weißen Zweiten abgerufen werden. Das Endergebnis war folgerichtig ein 25:17 Satzgewinn. Leider wollte sich dieser Schwung partout nicht mitnehmen lassen, so dass sich ein zerfahrenes Sätzchen entwickelte, in dem Weltklasseaktionen und Stümperei Hand in Hand gingen. Die Gedanken der Akteure kreisten weniger um den Ball als um die sehnsüchtig erwartete Ankunft der zweiten Zweiten. Letztendlich hatten die heimischen Halleraner das Glück auf ihrer Seite und entschieden den Satz 24:26 für sich.

Der lautstarke und durchchoreographierte Einmarsch der Zweiten beflügelte nicht nur die gegnerischen Fans (diese setzten sich spontan um, um einen besseren Blick auf die Groupiegemeinde erhaschen zu können), sondern auch die Zweitvertretung auf dem Feld. Ein Feuerwerk der Gefühle entbrannte und man munkelt, dass sich sogar das eine oder andere Herz geöffnet haben solle. Es wurde gesungen, geklatscht, gelacht, gefeiert und ganz nebenbei auch der Gegner 25:11 deklassiert. Bam – Ausgleich!

Die "ohne Aasee wäre hier gar nichts los"-Gesänge riefen leider Gottes aber auch erstmalig die Klopfer und Klatscher der Heimmannschaft auf den Plan. Während nun auf der Tribüne akustisch um jeden Zentimeter gerungen wurde, prallten auf dem Spielfeld die beiden hochmotivierten Teams aufeinander. In dem hitzigen Hin und Her behielt der Vorschlaghanna und die aus-die-Mauss-Aufschläge eine Nasenspitze vorne, so dass mit einem sanften aber dennoch druckvollen Schlag an die Außenhand des halleanischen Blöckchens der finale Stoß zum 15:13 vollstreckt werden konnte. In der anschließenden Euphorie flossen Tränen, ein wenig Schweiß und alsbald auch die ersten Getränke.

In der Zwischenzeit ging die unglaubliche Erwärmungszeit der zweiten Zweiten von gefühlten 24 Sekunden vorüber – es war der Plan die Fans nicht unnütz warten zu lassen und die ursprüngliche Anpfiffszeit von 18 Uhr einzuhalten. Obgleich der Plan durchaus nachvollziehbar war, ein guter war er keinesfalls. Mochten die Hände durch das vorangegangene endlose Klatschen noch so gut aufgewärmt gewesen sein, ins Spiel finden konnte sich niemand. Mehr schlecht als recht probierte die Zweite ihr Spiel aufzuziehen und schenkte den ersten Durchgang regelrecht an die rosasockigen [sic!] Gastgeber ab (18:25). Sollten die werten Leser*innen mit dem Volleyballsport vertraut sein, denken Sie nun bitte an eine beliebige Art einen Punkt möglichst einfach abzugeben. Ja, Sie haben richtig gedacht, auch mit hier bitte Ihre Fehlerquelle einfügen hatte die helmustische Truppe Probleme.

Zum Glück war auf die bereits siegreich gewesene Zweite Verlass, die die Halle in Halle in einen wahrhaftigen Hexenkessel verwandelte. Angepeitscht von den bereits leicht angerauten Stimmen am Megaphon riss der Blau-Weiße Partybus den folgenden Satz an sich und tütete ihn völlig überzeugend und souverän 26:24 ein. Julius „the Küken“ organisierte die Annahme und Kapitän Benni konnte mit all seiner Erfahrung immer wieder gute Blocksituationen für seine Angreifer schaffen – der Partybus lief nicht nur, er rutschte geradezu Richtung Sieg. Doch scheinbar oblag man erneut einer Fehleinschätzung. Man hatte sich wohl im Auge des Sturms befunden, wobei Sturm hierbei für alles stehen kann, dass einen erwachsenen Mann oder einen Libero in hektische Panik verfallen lassen kann.

Nach einer nicht näher zu bezeichneten Zeitspanne von 19 Minuten stand es 2:1 für Halle und in der folgenden Satzpause googelten die ersten Spieler nach Mixed-Hobbymannschaften in und um Münster. Da die Suche leider ergebnislos blieb (angeblich habe die erste Herren bereits alle dort verfügbaren Plätze befüllt), musste man sich notgedrungen wieder mit dem aktuellen Spiel befassen. Mit einer gesunden Mischung aus Angst sich zu blamieren und leichtem Hass ging es zurück auf die Platte. Und siehe da, plötzlich wusste man Freischläge abzuwehren, stand füreinander ein und gierte nach den verbleibenden zwei Punkten.

Die Leistung der wackeren Truppe hätte dafür auch ausgereicht, wäre nicht erneut der Schiedsrichter [Anmerkung der Redaktion: es handelte sich um denselben als beim vorangegangenen Spiel] in die Bresche gesprungen. Hatte er zunächst nur für Unruhe auf dem Feld gesorgt, versuchte er nun das Spiel komplett zu unterbinden. Es häuften sich Fehlentscheidungen und Obskuritäten. Highlight des Ganzen war das Abpfeifen eines Aufschlags, da angeblich 8 Sekunden verstrichen sein. Das der entsprechende Spieler zuvor frisch eingewechselt worden war, beim Anpfiff nicht einmal Richtung Netz blickte und damit de facto nicht spielbereit ist (An dieser Stelle ein kleiner Exkurs für die wissensbegierige Leserschaft: http://www.vbsr.de/index.php?action=dokument_anzeigen&id=85), schien ihn wenig zu interessieren. Die hochgekrempelten Ärmel des gegnerischen Liberos hingegen mussten ordnungsgemäß heruntergerollt werden, da sich der Spielverlauf durch diesen aerodynamischen Vorteil sicherlich geändert hätte. Ergänzt man eine gelbe Karte gegen MB (most beautiful) Gero und Entscheidungen, die unter die Kategorie Lotterie fallen, blieb nicht viel was die beiden Mannschaften selbst hätten beeinflussen können.

Da der Spaß am Sport trotz allem doch im Mittelpunkt steht, entschlossen sich die Teams kurzerhand Berührungen des Balles oder Netzes schlichtweg zuzugeben und damit zumindest einen Teil der Entscheidungen revidieren zu können. An dieser Stelle ist ein ernst gemeintes Chapeau für diese Sportlichkeit an die Heimmannschaft zu entrichten. Doch zurück zu den harten Fakten: Bbbb-Wwww-Aaaa gewann Durchgang Nummer vier 25-21 sicherte sich bereits den ersten Punkt.

Es begann der große Kampf um den Sieg, bei dem die Halleraner in einem ansprechenden Satz bis zum Stand von 5-3 den besseren Start erwischten. Doch die Stunde des Seniors kommt für jeden irgendwann (für dich, für mich, für jeden irgendwann) und der körperlich Älteste im blau-weißen Dress schritt zum Aufschlag. Zeitsprung, die Zweite führt 9-5, ist heiß wie Frittenfett und die Tribüne tobt. Durch eine geschlossene Mannschaftsleistung war die Wende gelungen und der Rest ist Geschichte. Beim Spielball zum 15-10 gibt es kein Halten mehr und engelsgleiche Gesänge erheben sich nunmehr nicht nur von den Rängen, sondern auch vom Spielfeld selbst.

Um es kurz zu machen, die Reise durch Eis und Schnee hat sich für die Zweite/Zweite gelohnt und die nächste außerplanmäßige Trainingseinheit am Mittwoch befindet sich bereits in der Planungsphase. Es verbleibt mir nur noch ein Hoch auf unseren Busfahrer auszusprechen und allen Beteiligten für diesen famosen Tag zu danken – mit der Zweiten spielt man besser!
 
In Kooperation,
die Zweitvertretungen 
Marcel Middendorf, 11.12.2017 23:56 Uhr