Der Aaseher Sommer 2011

Der Aaseher Sommer 2011
- Ausgewählte Beiträge



Es ist normal, verschieden zu sein
  Kooperationspartner Lebenshilfe

Zwischen Hoffnung und Tristesse
  Lublin feiert Städtepartnerschaft

Persischer Abend war ein Highlight
  Bistro54
 

 

Kooperationspartner Lebenshilfe

 Es ist normal, verschieden zu sein


Marcus Hopp hat die Entwicklung der integrativen Fußballgruppen des SV Blau-Weiß Aasee auf Seiten der Lebenshilfe fast von Anfang an begleitet: Zunächst als Praktikant auf dem Spielfeld, jetzt als verantwortlicher Angestellter im Freizeitbereich. Im Interview stellt er die Lebenshilfe und ihre Aufgaben vor, erklärt den Begriff Inklusion und verrät, was er auf eine einsame Insel mitnehmen würde.


Der Aaseher: Was genau ist die Lebenshilfe? Was sind ihre Aufgaben?

Marcus Hopp: Die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Ortsvereinigung Münster e.V. ist 1961 als Eltern-Selbsthilfeorganisation gegründet worden und gehört der Bundesvereinigung Lebenshilfe an. Heute zählt die Lebenshilfe Münster ca. 600 Mitglieder und hat in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und der Stadt Münster ein umfassendes Netz von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien entwickelt.
In ihrer Tradition hat die Lebenshilfe Münster seit jeher wichtige innovative Impulse in der Behindertenhilfe umgesetzt und somit für eine Verbesserung der Lebensqualität und die gesellschaftliche Anerkennung von Menschen mit geistiger Behinderung gesorgt. Im politischen Raum sieht sich die Lebenshilfe als deren Lobby.
Eine weitere zentrale Aufgabe ist es, die Menschen mit geistiger Behinderung über die verschiedenen Fachdienste auf ihrem Weg zu immer mehr Selbstbestimmung zu begleiten.
Der Leitgedanke der Lebenshilfe ist „Es ist normal, verschieden zu sein“.

Was sind die wichtigsten Projekte im Freizeitbereich?

Jedes Projekt im Freizeitbereich ist wichtig!
Zurzeit laufen z. B. wieder die Proben von unserem Theaterprojekt „Schrägstrichtheater“. Das integrative Theaterensemble hatte bereits in den letzten Jahren mehrere Produktionen und ist ein wichtiger Beitrag zur Aufklärung, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Großartiges leisten können und auch Menschen mit geistiger Behinderung viele Talente haben.
Zudem bieten wir seit ca. 18 Monaten ein Aikido-Projekt für Jugendliche mit geistiger Behinderung an. Es ist toll zu sehen, welche großen Fortschritte die sechs Jugendlichen machen und das Ausüben dieser tollen Sportart ihr Selbstvertrauen stärkt.
Außerdem haben wir mit dem Inklusionsprojekt „Inklusive Freiräume“ im Kinder- und Jugendbereich, welches mittlerweile im 4. Jahr läuft, eine Menge in Münster erreicht. Heute besuchen über 55 Kinder und Jugendliche mit Behinderung pro Woche integrative/ inklusive Freizeitangebote. Und auch die Anzahl an integrativen/ inklusiven Ferienangeboten steigt stetig.

Wie bist Du zur Lebenshilfe gekommen?


Im Jahr 2001 bin ich nach Münster gezogen, um Diplom-Pädagogik zu studieren. Vorher hatte ich meinen Zivildienst bei der Lebenshilfe Nordhorn abgeleistet. Während des Studiums wollte ich unbedingt auch etwas Praktisches machen. Ich hatte dann im April 2001 meinen Einstieg bei der Lebenshilfe Münster in der Wohnstätte Haus Edelbach.
Mittlerweile arbeite ich seit über 10 Jahren für die Lebenshilfe Münster in verschiedenen Funktionen: studentische Aushilfskraft, Praktikant, ehrenamtlicher Mitarbeiter und als hauptamtlicher Mitarbeiter.
Seit über zwei Jahren arbeite ich im Freizeitbereich und koordiniere zudem das Inklusionsprojekt „Inklusive Freiräume“.

Vor einigen Jahren sprach man von der Integration behinderter Menschen, heute von Inklusion. Was ist der Unterschied zwischen den beiden Begriffen?

Der Unterschied liegt insbesondere in der praktischen Umsetzung. Bei der Integration geht man immer von einer größeren Gemeinschaft aus, die darüber bestimmt, wer integriert werden kann und wer nicht. Jeder Mensch, der zu der größeren Gruppe dazugehören möchte, muss erst einmal bestimmte Fähigkeiten besitzen bzw. erwerben, um Teil der Gemeinschaft zu sein. Somit haben wir bei der Integration immer 2 Parteien: Die Integrierenden und die Zu-Integrierenden.
Bei der Inklusion hingegen gehört jeder Mensch von Anfang dazu. Jeder Mensch ist ein gleichwertiges Mitglied der Gemeinschaft. Die verschiedenen Stärken und Schwächen jedes Einzelnen bilden die Vielfalt einer Gruppe. Das bedeutet, dass man nicht darauf schaut, was ein Mensch nicht kann, sondern seine ganze Persönlichkeit erkennt.

Im vergangenen Jahr wurde in Münster eine Inklusionstagung abgehalten, bei der auch der SV Blau-Weiß Aasee zwei Workshops geleitet hat. Welche Ergebnisse hat die Konferenz erzielt? Hat sie für spürbare Impulse im Alltag gesorgt?

Die Inklusionstagung im letzten Jahr war schon ein besonderes Ereignis, da sich hier über 150 Menschen mit und ohne Behinderung zum Thema Inklusion in Kultur und Sport in Münster informiert und ausgetauscht haben.
Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, dass viele verschiedene Menschen sich über das Thema Inklusion unterhalten und zusammen überlegen, wie der Inklusionsgedanke im Alltag umsetzbar ist. Die Tagung hat vielen gezeigt, dass wir hier in Münster schon auf einem guten Weg sind, aber es eben auch noch sehr viel zu tun gibt. Wichtig sind auch immer Vereine, Gruppen und Einrichtungen, die eine Vorreiterrolle haben und anderen an ihren Erfahrungen teilhaben lassen.

Sind in nächster Zeit Aktionen geplant, um das Thema Inklusion weiter voran zu bringen?


Jetzt am 5. Mai veranstaltet die Regionalkonferenz zur Weiterentwicklung von Lebenswelten für Menschen mit geistiger Behinderung in Münster wieder einen Aktionstag unter dem Arbeitstitel „Münster hat viele Gesichter – Inklusion beginnt im Kopf“. Hier können Münsteraner mit und ohne Handicap im Rahmen einer Fotoaktion ihre Beiträge zum bürgerschaftlichen Engagement in Münster aufschreiben und benennen. Was viele Münsteraner gar nicht wissen, ist, dass sich viele Menschen mit Behinderung auch ehrenamtlich in unserer Stadt betätigen und somit ihren Beitrag leisten, dass Münster die lebenswerteste Stadt der Welt ist und bleibt.

Du begleitest die Entwicklung der integrativen Fußballgruppen des SV Blau-Weiß Aasee schon seit vielen Jahren. Zunächst als Praktikant auf dem Spielfeld, jetzt bist Du als Verantwortlicher im Freizeitbereich Ansprechpartner. Wie verläuft die Kooperation aus Deiner Sicht?

Ich habe mich sehr gefreut, als ich im Rahmen der Projektkoordination wieder mehr mit dem SV Blau-Weiß Aasee e.V. zu tun hatte. Schließlich hatte ich die Anfänge im Jahr 2003 direkt mitbekommen. Ich finde es beeindruckend, dass der Verein sich nicht auf den Erfolgen im integrativen Sport ausruht, sondern immer auf der Suche ist, neue Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung aufzubauen.
Die Kooperation erlebe ich als positiv und sehr konstruktiv. Der Verein ist mit seinen Erfahrungen und seinen engagierten Personen ein wichtiger Ansprechpartner für die Lebenshilfe Münster und somit auch für die Projektstelle „Inklusive Freiräume“.

Treibst Du selber Sport? Welche Sportart schaust Du Dir gern im Stadion oder Fernsehen an?


Ich spiele leidenschaftlich gerne Fußball. In einer Hobbytruppe trainiere ich ein Mal in der Woche. Auch ansonsten interessiere ich mich sehr für Fußball und bin schon lange Fan von Schalke 04. Als Fußball-Fan ist natürlich die Sportschau am Samstagabend Pflicht. Ich war auch schon öfters im alten Parkstadion und in der Veltins-Arena.

Welches Buch würdest Du mit auf eine einsame Insel nehmen?

Ich nehme Facebook mit.

 

Lublin feiert Städtepartnerschaft 

Zwischen Hoffnung und Tristesse


In Münsters polnischer Partnerstadt Lublin sieht man den Feierlichkeiten zu 20 Jahren Städtepartnerschaft mit Freude entgegen. Als „vorbildlich“ gelten hier die Beziehungen ins Münsterland. Auch deshalb, weil sie ein Lichtblick in einer sonst eher grauen Realität sind. Der freie Journalist Kay Wagner lebt für einige Monate in Lublin und schildert im Aaseher seine Eindrücke.

Die Motor-Fans sind aus dem Häuschen: Sieben Punkte aus drei Spielen, das haben ihre Lieblingskicker lange nicht mehr geboten. In der Tabelle bedeutet das einen Sprung um zwei Plätze nach oben. Wenn es so weiter geht – so kühne Rechnungen – könnte es zum Happy End reichen. Zum Verbleib in Liga II Ost, der dritten Liga im polnischen Fußball.
Dort dümpelt der fußballerische Vorzeigeclub von Münsters polnischer Partnerstadt Lublin seit dieser Saison herum. Erst schmachvoller Abstieg aus Liga I, dann lange Zeit Dauergast auf dem letzten Platz der Liga II Ost, jetzt trotz der jüngsten Erfolge immer noch acht Punkte von einem Nicht-Abstiegsplatz entfernt.

Ähnlich triste, aber mit Hoffnungsschimmern am Horizont, ist allgemein die Lage der Stadt. Wobei die dunklen Seiten bei einem gemütlichen Bummel durch das Zentrum gar nicht mal auffallen. Denn Lublin macht den Eindruck einer durchaus lebendigen Regionalmetropole. Zahlreiche Konsumangebote locken in dem auf Hochglanz poliertem Einkaufszentrum Lublin Plaza am Rande der City. Geschäftiges Treiben auf der kurzen Fußgängerzone, die am altehrwürdigen Krakauer Tor endet. Dahinter liegt das urige Geflecht der kleinen Altstadt mit unzähligen Kneipen, Bars und Restaurants. Die wenigen warmen Frühlingstage, die Lublin in diesem Jahr bislang gesehen hat, haben schon eine Vorahnung gegeben, wie belebt es in ein paar Wochen hier zugehen wird. Junge Menschen, meist Studenten, prägen überall das Bild. Rund 100.000 soll es in Lublin geben, das etwa 350.000 Einwohner zählt. „Von daher sind die Städte Münster und Lublin ähnlich strukturiert, und vielleicht ist auch das ein Grund dafür, dass die Partnerschaft aus unserer Sicht so vorbildlich funktioniert“, sagt Violetta Wściseł im Gespräch. Die studierte Germanistin betreut im Rathaus von Lublin die Städtepartnerschaften mit Münster, Delmenhorst und dem niederländischen Tilburg. 19 Partnergemeinden besitzt Lublin insgesamt. Für jede ist an der Außenmauer des Rathauses, schräg gegenüber vom Krakauer Tor, eine Tafel angebracht. Münster als zweitälteste Partnergemeinde nach dem französischen Nancy, hängt ganz oben in der ersten Reihe. „Münster, Niemcy, 1991“ (Münster, Deutschland, 1991), ist dort zu lesen.

Das 20-jährige Bestehen der Verbindung Lublin-Münster wird mit offiziellen Treffen von Delegationen gefeiert. Zunächst zwischen dem 12. und 16. Mai in Münster, vom 11. bis 15. August dann in Lublin. Mit dabei sein werden Vertreter der israelischen Stadt Rishon LeZion, zu der sowohl Lublin als auch Münster Partnerschaften unterhalten. „Unseren Termin für die Jubliäumsfeier hier in Lublin haben wir so gewählt, dass die Gäste aus Münster und Israel den Jagiellonischen Jahrmarkt in der Altstadt miterleben können, der die Bedeutung Lublins als wichtiges Handelszentrum in Erinnerung rufen soll“, erklärt Violetta Wściseł. Es werde der erste Besuch von Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe in Lublin sein. „Dann bekommt er direkt einen guten Eindruck von der Lebendigkeit und der historischen Dimension unserer Stadt“, sagt Wściseł.
Der Name des Marktes erinnert an das königliche Herrschergeschlecht der Jagiellonen, die am Ausgang des Mittelalters Polen regierten. So lange, könnte man deshalb meinen, liegt es zurück, dass Lublin eine tragende Rolle in der Geschichte gespielt hat. Ein paar Jahrhunderte darf man getrost dazulegen. Aber spätestens, nachdem die Nazis die jüdische Bevölkerung der Stadt während des Zweiten Weltkriegs im heute noch auf dem Stadtgebiet zu besichtigenden Konzentrationslager Majdanek ausgelöscht haben, war es mit der Blüte Lublins vorbei. In den folgenden Jahrzehnten bekam man auch in der größten polnischen Stadt östlich der Weichsel zu spüren, dass man im sogenannten Polen B – auf Polnisch Polska B – liegt. Im zweitklassigen, armen, unterentwickelten Teil des Landes. Geprägt von Landwirtschaft und unberührter Natur ohne bedeutende Infrastruktur. Im Gegensatz zu Polska A, dem Zentrum und Westen des Landes, wo es aufgrund der preußischen Herrschaft über Polen im 19. Jahrhundert Eisenbahn, gute Straßen und Industrie gab.

Noch heute merkt man diese Randlage in Lublin und auf dem Weg dorthin. Nur etwa 170 Kilometer liegt die Landeshauptstadt Warschau entfernt. Mit dem Auto benötigt man durchschnittlich jedoch drei Stunden, um über eine oft mit Schlaglöchern durchsetzte Nationalstraße die Strecke zu meistern. Auch die schnellsten Züge brauchen zweieinhalb Stunden, und mit dem Flugzeug ist Münsters Partnerstadt nicht zu erreichen. „Noch nicht“, wirft Violetta Wściseł ein. Denn 2012 soll sich das ändern, der geplante Flughafen in der Nachbargemeinde Świndik endlich eröffnen.
Dann, so die Hoffnung in Lublin, werde man auch für Investoren attraktiver. Denn außer einem Messegelände, einem Großmarkt für landwirtschaftliche Produkte und der von einem Deutschen Mitte des 19. Jahrhunderts gegründeten Brauerei Perła hat die Stadt wirtschaftlich kaum etwas zu bieten. Zwar wurde ein Industriepark für ausländische Unternehmen angelegt. Doch bislang fehlen die Firmen, die von dem Angebot Gebrauch machen. Im Februar betrug die Arbeitslosigkeit in Lublin 11 Prozent.
Violetta Wściseł möchte deshalb auch gar nicht bestreiten, dass es bislang an Dynamik in der Stadt fehlt. Trotz der vielen Studenten und der akademischen Aufbruchstimmung, die von so vielen jungen Menschen ausgehen könnte. „Aber seitdem Lublin Chancen hat, 2016 Europas Kulturhauptstadt zu werden, merkt man, dass neuer Schwung in der Stadt ist“, ergänzt sie. Allein die Tatsache, dass Lublin es neben den Städten Kattowitz, Breslau, Warschau und Danzig ins polnische Finale geschafft habe, sei beachtlich. Damit hätte vorher keiner wirklich gerechnet. „Jetzt ist alles möglich, ich bin sehr zuversichtlich“, sagt Violetta Wściseł. Noch in diesem Jahr wird die Entscheidung fallen, welche der polnischen Städte 2016 den Blick der europäischen Öffentlichkeit auf sich ziehen wird.

Einen ähnlichen Schwung hätten vielleicht auch die Vorbereitungen auf die Fußball Europameisterschaft auslösen können. Polen und die Ukraine richten dieses Großereignis nächstes Jahr aus. Aber Spiele in Lublin wird es nicht geben, der nächstgelegene Austragungsort ist Warschau. Neue Straßen, Gebäude und Baustellen sucht man deshalb vergeblich in Münsters Partnerstadt. „Es werden Touristen kommen, die auf dem Weg zu den Spielen in der Ukraine sind, und außerdem haben wir nicht weit von Lublin ein paar Orte, die sich hervorragend für Trainingslager von teilnehmenden Mannschaften eignen“, zeigt sich Violetta Wściseł dennoch optimistisch, dass Lublin von dem Fußballfest profitieren wird.

Und von dem Städtejubiläum mit Münster? „Wir hoffen, dass es weitergeht mit den guten Verbindungen, die ja nicht nur über die Ämter der Städte laufen, sondern von zahlreichen Vereinen untereinander in direkten Kontakten gepflegt werden“, sagt sie. Neben der offiziellen Delegation werde zum Beispiel der Chor der evangelischen Gemeinde mit nach Münster fahren, zwei Mitglieder des Jugendparlaments, andere Vereine würden ihre neusten Projekte vorstellen, und schon den ganzen April hindurch gebe es Begegnungen unterschiedlicher Gruppen in Münster.
Ausbaufähig seien Kontakte dagegen vor allem im Bereich des Sports. Sie habe es zwar immer mal gegeben, seien aber nie von Dauer gewesen. „Das mag gerade im Jugendbereich an den unterschiedlichen Ferienzeiten gelegen haben, und auch an der langen Reise, die man zwischen Lublin und Münster noch machen muss“, sagt Violetta Wściseł. Und verweist wieder auf den Hoffnungsträger Flughafen, von dem auch die Partnerschaft mit den deutschen Freunden in Münster profitieren könnte.
Kay Wagner

 

Bistro54

Persischer Abend war ein Highlight


Seit Anfang 2010 ist Ali Kashi im Bistro angestellt. Ali kommt aus Persien. Da lag es Nahe, dass Ali seine geschätzte Kochkunst einmal in der Form darbietet, dass es einen Abend mit persischen Gerichten gibt.

Am 2. April 2011 lud die Bistromannschaft zu dem ersten persischen Abend im Bistro 54 ein. Unter der Federführung von Ali wurde eine große Auswahl persischer Spezialitäten zubereitet und für knapp 60 Gäste als Buffet serviert. Die Gerichte hatten so exotische Namen wie GhaimeKadoo (Lammgulasch mit Zucchini) oder Mirsa Ghasemi (Auberginen mit Kurkuma, Knoblauch und Ei), weiterhin gab es Hähnchenkeule in Zitronen-Safran-Zwiebel-mischung und Lamm- und Putenspieße. Dazu wurde weißer Reis mit Safran und Kräuterreis gereicht. Als typische Essenszutaten durfte auch Joghurt in verschiedenen Variationen, mit Pfefferminze und Gurke oder Spinat und Knoblauch nicht fehlen.
Abgeschlossen wurde das leckere Essen mit landestypischer Nachspeise, dem iranischen Helva (Mandeln in Zimt-Zuckermasse), Goldreis (mmmh) und Datteln mit Walnüssen, überstreut mit einem karamellisierten Zucker-Mehl-Gemisch. Es muss eigentlich gar nicht mehr erwähnt werden, dass das Büffet am Ende sehr abgeräumt aussah. Kurz: Es war ein gelungener Abend mit vorzüglichen Speisen.
Ali hatte auch eine Tänzerin engagiert, die in der Enge des Bistros eine schwungvoll-beeindruckende Vorstellung bot und schließlich sogar zum Mitmachen einlud.
Hier ist Alis Rezpet für das traditionelle persische Gericht Fesenjan:
500 gr. Putenfleisch, 250 gr. gemahlene Walnüsse, 2 Zwiebeln, 5 EL persischer Granatapfelsirup, 50 gr. Zartbitterschokolade (zer-kleinert), 1 TL Gewürzmischung (Adwie) Ersatzweise Kurkuma, 1-2 EL Zucker, nach Bedarf Salz und Pfeffer
Zwiebeln in Öl anbraten. Putengulasch dazugeben und mit Pfeffer und Gewürzmischung zusammen anbraten. Walnüsse zufügen und kurz mitbraten. Granatapfelsirup zugeben, alles vermischen und mit heißem Wasser aufgießen, sodass sich eine etwas dickliche Sauce ergibt. Ca. 90 Min. auf kleiner Flamme garen lassen. Dabei aufpassen, dass die Sauce nicht anbrennt. Kurz vor Ende der Garzeit die Zartbitterschokolade zufügen. Soll es etwas süßer sein, können auch noch 1-2 EL Zucker dazugegeben werden.
Dazu wird Reis gereicht. Guten Appetit!

Ali gibt auf Nachfrage im Bistro gerne weitere Infos zu den Rezepten. Eine Wiederholung eines persischen Essens ist für den Sommer geplant. Derzeit freuen wir uns auf eine kleine persische Gaumenfreude auf der Bistrospeisekarte, die für den Bistroabschlussabend vor den Osterferien geplant ist.

PS: Klickt auf der BWA-Homepage auch mal das Bistro an, um Neuigkeiten zu erfahren.
Regina Moenck
Annette Erthel
Michael Geuckler