Der Aaseher Winter 2000/2001

Der Aaseher Winter 2000/2001
- Ausgewählte Beiträge


Der Stand der Dinge
  PlaBaDu

MaFiA bei BWA
  Hausbau

Berlin, Berlin, Laufen in Berlin
  Vorsitzender auf der Straße des 17. Juni



PlaBaDu

Der Stand der Dinge

Tequo Terhart, Rolf Gerlach und Hugo Domin bilden den harten Kern des PlaBaDu, der sich um die Planung und Durchführung des Neubaus unseres Vereins- und Stadtteilhauses kümmert. Sie geben einen Überblick über die derzeitigen Probleme und Aussichten.

Bau ich ein Haus, fange ich am besten mit dem Dach an. Einiges an der derzeitigen Situation um den Bau unseres Vereins- und Stadtteilhauses erinnert an den obigen Sinnspruch. Warum? Dazu später mehr.

Was bisher geschah!
Über Entscheidung zum Bau und die Annahme des Architektenentwurfs wurde ja schon im letzten Aaseher berichtet. Danach haben die beiden Arbeitsgruppen (MaFiA- und PlaBaDu-Ausschuß) häufiger getagt und ihre gestellten Aufgaben ein ganzes Stück weit abgearbeitet.

PlaBaDu (Planung Bau Durchführung)
Der Ausschuß hat sich überwiegend mit zwei Fragelinien beschäftigt:
mit dem Architektenentwurf zum Haus und zu seinen Nutzungsmöglichkeiten;
mit dem Verhältnis Architekten zu den vereinsinternen Ausschüssen (Fragen der Vertragsgestaltung, Bauleitung und Freugabeverfahren usw.)

Verhältnis zu den Architekten
Nachdem das Projekt nun konkreter und konkreter zu werden begann, war für den Ausschuß vor allem die Klärung der vertraglichen Beziehungen zu den Architekten eine drängelnde Aufgabe, um hier die ersten mündlichen Verabredungen in eine für beide Seiten annehmbare und kontrollierbare Form zu bringen. Da es sich dabei immer auch ums Geld dreht, wurde das einer der ersten Punkte.

Verabredet wurde auch, den vereinsinternen Diskussions- und Entscheidungsprozeß über die Konkretisierung des Baus an die Architekten zurückzumelden, um so keine Informationsbrüche auftreten zu lassen. Das ist sowohl über die Annahme in die Protokoll-Verteiler als auch über Einladungen zu den Sitzungen auf den Weg gebracht.

Andere Fragen haben wir erstmal aufgeschoben: Freigabeverfahren, Bauleitung, Baukontrolle, Kostenkontrolle usw.; da drückt der Schuh der Entscheidungsnotwendigkeit noch nicht.

Architekten-Entwurf zum Haus und seiner Nutzung
Grundlage des Entwurfs waren die skizzierten Nutzungsvorstellungen, die auch die Grundlage des Marketingkonzeptes bilden. Nach einigen internen Runden haben wir eine gemeinsame Runde mit den Architekten gemacht, in der unsere Auflagen oder Verbesserungswünsche formuliert wurden: Es gab bspw. Fragen zur Fassade (bei den Rowdies in der Gegend) und zur Verglasung bzw. Nicht-Verglasung aber lichtfreundlichen Lösungen im Außenbereich, zur überdachten Terrasse, zu den Eingängen. Hauptaugenmerk lag aber auf den inneren Nutzungen. Wie sieht es um variable Lösungen zur Raumtrennung und Vergrößerung, sollen Räume grundsätzlich einsehbar sein, Zugänge zur Terrasse, eigener Treppenaufgang, bauliche Ausstattung der Fitnessräume (Schallisolierung, Fenster, Boden?), Materialräume, Abstellmöglichkeiten, Zugänge von außen, Heizungsmodelle.

Was liegt an?
Um für die konkrete Planung weiter voranzukommen, steht nun an, die Nutzungsmöglichkeiten der einzelnen Räume genauer zu beschreiben. Dazu sind die einzelnen Abteilungen aufgefordert, (das werden sie über ihre Abteilungsleiter auch noch schriftlich erhalten) ihre konkreten Nutzungsvorstellungen zu formulieren und das schon mal vorweg: „Wir wollen einen Gruppenraum für Fußballer, in dem man sitzen und mal fernsehen kann!“ reicht als Vorstellung nicht. Da ist schon eher angesagt sich zu überlegen, welcher Raum mit welcher Größe zum Tragen kommt, soll er Zugang zur Terrasse haben, soll er von außen zugänglich sein, soll er hell/verdunkelbar/schalldicht/von außen nicht einsehbar sein/bruchfeste Scheiben/Zugang zu einer Raucherecke draußen, was für einen Boden, was für Wände haben, schön/stabil/pflegeleicht/leicht renovierbar sein usw. usw. Erst auf der Grundlage solch genauer Kriterien für die jeweiligen Räume können dann die Architekten weitermachen und konkrete Vorschläge zur Ausgestaltung machen. Dafür sind alle Abteilungen demnächst wieder gefragt. Auf der nächsten Abteilungsleiterkonferenz wird das vom Vorstand auch angestoßen werden. Und nur wer mitmacht, wird sich im Haus auch wiederfinden – und auch nur wenn viele mitmachen, werden wir den Bau weiter vorantreiben können.

Was nun aber noch geschehen muß!
Oder was sollte das mit dem Dach?

Ein Problem und zwar ein ziemlich gravierendes, vor dem wir derzeit stehen, sind die liegenschaftsrechtlichen Fragen der Grundstücke, auf denen das Stadtteilhaus entstehen soll. Zur Zeit kommen wir mit der Klärung dieser Fragen bei der Stadt nicht so recht voran. Für den tatsächlichen Bau des Hauses ist das aber eine entscheidende Voraussetzung. Geklärt werden muß da halt die Frage, wem das Grundstück gehört, auf dem gebaut wird. Wie sind Eigentums- und evtl. Pachtverhältnisse auf Dauer geregelt? Daran können halt viele finanztechnische Fragen der Realisierung hängen: Gibt es die Möglichkeit eines Grundstückdarlehens? Gibt es Chancen zu Kreditbürgschaften? Diese Fragen können nur von der Stadtverwaltung geklärt werden und im Moment bemühen wir uns, diesen Klärungsprozeß voranzubringen.

Ungeachtet der liegenschaftsrechtlichen Fragen und Offenheiten läßt sich der Fahrplan in Kurzversion folgendermaßen charakterisieren:
Für die Entscheidungsfindung der politischen Parteien zugunsten einer Förderung durch die Stadt muß ein konkretisiertes Nutzungskonzept des Stadtteilhauses vorgelegt werden. Vom Zeitrahmen her müßte dies bis Ende Januar 2001 von uns geleistet werden. Die Abteilungsversammlung im November wird den Auftrag dazu an die Abteilungen verteilen und als Termin schwebt uns Anfang Januar vor, in dem die Nutzungsvorstellungen zusammengestellt und miteinander abgeglichen werden sollen; damit wäre die Terminvorgabe Ende Januar gut einzuhalten.

Zwischenstand des PlaBaDu-Ausschußes

Unserer Ansicht nach hängt sehr viel an der liegenschaftsrechtlichen Frage und ihrer Klärung. Das setzt die Rahmenbedingungen für die Größe unseres Projektes und dessen finanzielle Umsetzbarkeit.

Andererseits sind die Abteilungen und Mitglieder des Vereins in der Pflicht, ihre Nutzungsvorstellungen für sich selbst und für Dritte (Architekten, Entscheidungsträger der Stadt, politische Förderer des Projektes usw.) genauer zu formulieren und zu konkretisieren.

Ohne die Stadt geht’s nicht, aber ohne Euch auch nicht!
Tequo Terhart, Rolf Gerlach und Hugo Domin

Hausbau

MaFiA bei BWA

Wolfgang „Hossi“ Lepschy ist zwar erst seit etwa neun Monaten Mitglied bei Blau-Weiß Aasee, aus dem Verein ist aber kaum noch wegzudenken. Ein Schwerpunkt seines Engagements liegt in der Mitarbeit bei dem Projekt „Bau eines Vereins- und Stadtteilhauses“.

18.00 Uhr: Das Tagwerk ist vollbracht; die Arbeit zu Ende. Jetzt schnell nach Hause, umziehen, was essen und dann um 20.00 Uhr zu Otto fahren zur MaFiA-Sitzung. Mist, wo war nochmal das Protokoll vom letzten Mal? Hatte ich nicht irgendwelche Aufgaben übernommen? „Ach“, sagt die Lebensgefährtin, „Mechthild hat angerufen. Sie hat gesagt, sie kommt später heute abend zu Eurer Sitzung.“ Wer hatte noch abgesagt? Wo wohnt nochmal Otto genau? ...

So oder ähnlich sieht die Zeit zwischen Arbeitsende und MaFiA-Sitzung bei mir aus; zum Glück findet sie nicht zu oft statt. Aber jetzt mal der Reihe nach: Vielleicht klären wir erstmal, was MaFiA ist und tut; dann kann ich immer noch mehr erzählen über meine Erfahrungen. Also:

MaFiA ist der Marketing- und Finanzierungs-Ausschuss bei Blau-Weiß Aasee und steht in Zusammenhang mit dem größten Projekt der Vereinsgeschichte, dem Bau des Stadtteilhauses. Im Vorfeld der letzten Mitgliederversammlung hatte der Vorstand überlegt, ob er nicht Aufgaben, die im Zusammenhang mit dem Bauprojekt stehen, an Aktivisten aus dem Verein übertragen könne; auf der Mitgliederversammlung wurde dann nach Freiwilligen gefragt und so haben sich zwei Ausschüsse gebildet: der Ausschuß für Planung, Bau und Durchführung (PlaBaDu) und MaFiA.

Wir von der MaFiA haben uns vorgenommen, uns im Wesentlichen um zwei Dinge zu kümmern. Zum einen muss für das Vereins- und Stadtteilhaus ein differenziertes Finanzierungskonzept erarbeitet werden; d.h., daß wir sowohl ermitteln müssen, wieviel das Haus nun genau kosten wird als auch, woher das Geld kommen soll, um den Bau und den Betrieb zu bezahlen. Zum anderen wollen wir versuchen, offensiv Öffentlichkeitsarbeit für unser Projekt zu betreiben; d.h., daß wir unsere Mitglieder und den Stadtteil über unser Projekt und den Projektfortschritt informieren wollen und daß wir öffentliche und private Financiers von der Idee unseres Stadtteilhauses so überzeugen wollen, daß sie sich finanziell an der Realisierung unserer Idee beteiligen. Wir haben also ein recht umfängliches Arbeitsprogramm zu erledigen. Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt; deshalb haben wir uns entschlossen, eine Broschüre zu erarbeiten, in der wir unser Projekt der Öffentlichkeit vorstellen. Diese Broschüre unter dem Arbeitstitel „BW Aasee –Das Haus“ ist folgerichtig unser erster Arbeitsschwerpunkt. Wir stellen in ihr unseren Verein vor, verdeutlichen den Bedarf des Vereins und des Stadtteils an einem Treffpunkt, präsentieren den Architektenentwurf und unser Nutzungskonzept.
Der mit dem Vorstand abgestimmte Entwurf liegt zur Zeit druckfertig vor; unsere nächste Aufgabe wird es sein, die politischen Entscheidungsträger dieser Stadt zu überzeugen, daß die Stadt sich bei der Realisierung des Projekts engagiert. Weitere Aufgaben sind dann die Information der Mitglieder und des Stadtteils über den Projektfortschritt, die Mobilisierung privater Financiers und die Erstellung eines differenzierten Kosten- und Finanzierungsplans.

Jetzt vielleicht doch noch mal zurück zu meinen Erfahrungen: Sobald ich auf dem Fahrrad sitze und zur MaFiA-Sitzung fahre, kommt Freude auf: Freude daran, die MaFiosi wiederzusehen; Freude darauf, mit engagierten Leuten an einer lohnenswerten Aufgabe zu arbeiten und dabei effektiv voran zu kommen; Freude darauf, mit den MaFiosi bei der Arbeit und/oder hinterher ein Schlückchen zu trinken, kurz: Freude daran, Spaß zu haben. Wer das auch möchte, sollte sich auch im Verein und für unser Haus engagieren.
Wolfgang „Hossi“ Lepschy
 

Vorsitzender auf der Straße des 17. Juni

Berlin, Berlin, Laufen in Berlin

Natürlich wundert sich niemand darüber, wenn der Präsident in Berlin ist. Erstaunlich ist jedoch, wenn es sich dabei um den Präsidenten des SV Blau-Weiß Aasee handelt, der trotz Muskelfaserriß den Berlin-Marathon bewältigt. Hugo Domin berichtet von seinen Erfahrungen. Außer ihm nahmen aus unserem Verein übrigens auch Klaus Ehling, Matthias Theele und Thorsten Gehling die 42,195 km lange Strecke unter ihre Füße.

Hunderttausende haben es vor uns gemacht, Millionen werden es nach uns machen. Und doch kann ich mich an kaum eine individuelle persönliche Leistung erinnern, die mir soviel an Disziplin, an Planung, an Durchhaltevermögen, an Körper, Geist und Seele abverlangt hat wie mein erster Marathon.

Die Idee spukte schon lange in meinem Kopf herum, doch erst dann kam mir das Buch von unserem Außenminister Joschka Fischer in die Hände: „Mein langer Lauf zu mir selbst.“ Und ich mußte gestehen „Alle Achtung“ – was er in seinem Alter und seiner Belastung geschafft hat, das müßte für den Präsidenten des hiesigen Sportclubs doch auch möglich sein.

Mit dem regelmäßigen Training begann ich in den Osterferien 2000. 10 km, dann langsam steigern, die 17 km lange Gasselstiege-Runde, den Restsonntag auf dem Sofa, dann die ersten Marathon-Bücher aus der Buchhandlung; nun werde es ernst. Denn übereinstimmend hieß es : Wenn die 30 km im Training geschafft werden, dann gelingt der 42,195 km-Lauf im Wettbewerb. Und jetzt waren diese 30 km in die Nähe gerückt.

Und es gab noch eine große Hilfe: das waren meine Freunde Christoph Zenner und Klaus Ehling, unser 2. Vorsitzender. Gemeinsam wollten wir nach Berlin – gemeinsam trainierten wir bis zu der großen Altenberger-Runde von 27 km vor den großen Ferien. Nach dem Urlaub regelmäßig drei- bis viermal pro Woche ging es bei jedem Wetter auf die Laufstrecke und – es machte Spaß. Selten habe ich mich so fit gefühlt wie im August.

Dann wurde auch noch die Ernährung umgestellt. Ich habe mein erstes Müsli gegessen und es hat auch noch geschmeckt. Kurz und gut. Mit Klaus habe ich die Berlin-Reise im September angetreten (Christoph hatte Probleme mit den Knien) und wir kamen beide als „Finisher“ zurück.
Gute Zeiten sind wir nicht gelaufen, die Sieger haben wir nur im Fernsehen gesehen und trotzdem: Es war eine grandiose Sache, vor allem die ersten Kilometer auf der Straße des 17. Juni und dann das Brandenburger Tor: Es schien, als wenn im Zeitraffer die gesamte Zeit der Vorbereitung beim Durchlaufen schlaglichtartig vorbeizog – eine Mischung aus Glückshormonen und Gänsehaut lag in der Berliner Luft. Und die letzten Kilometer? Sind zu schaffen, aber nicht so leicht und flockig, wie es in der Literatur steht – eher ein langer Kampf gegen sich selbst.

Am Tag nach dem Marathon fiel mir überall, wo ich mich aufhielt, zufällig meine frisch errungene Medaille aus der Tasche. Unnötig zu sagen, daß ich mächtig stolz bin.

Hugo Domin
P.S. Für die interessierten Leser unsere Zeiten:
Hugo 4:35:50 (Nettozeit) Platz 20.052 von ca. 27.000 Läufern (ich habe also Tausende hinter mir gelassen!)
Klaus 4:21:00 Platz 14.955