Der Aaseher Sommer 2002
Der Aaseher Sommer 2002 - Ausgewählte Beiträge



Tischtennis bei BWA
  Wie alles angefangen hat

"Wann kriegen wir endlich einen neuen Sportplatz?"
  Hausbau und Umgestaltung Sportanlage

Geistschüler begeistert
  Musik anders erleben



 

Wie alles angefangen hat

Tischtennis bei BWA

Mit Gründung der Tischtennisabteilung begann die Entwicklung des SV Blau-Weiß Aasee vom reinen Fußball- zu einem Mehrspartenverein. Dieter Kramer ist zusammen mit seiner Frau Hanna von Beginn an dabei.

Seit mehr als 25 Jahren kommen Hanna und ich fast regelmäßig mittwochs in die Sporthalle am Stadtbad Süd, um Tischtennis zu spielen; früher Wettkampf, heute Hobby, aber immer noch genauso engagiert wie damals. Für uns ist es erfrischend, dass es um 19:00 Uhr beim Training der Mädchen und Jungen so richtig „brummt“ und dass wir Alten dazu gehören, akzeptiert werden und als Gegner/Partner immer noch gefragt sind.

Und dann denke ich oft daran, wie das alles eigentlich angefangen hat.
Angefangen hat es im Keller des Kindergartens der Stephanusgemeinde, nachdem in einer Kneipe im Aaseemarkt (heute ist dort der EDEKA-Markt) ein Zettel an der Tür hing:

„Tischtennisspieler gesucht, Interessenten können sich hier melden.“

Da fühlten wir uns angesprochen und waren sofort dabei.

Vom ersten Keller ging es in den nächsten, diesmal Stephanus-/heute Bonhoefferschule. Da haben wir noch einen Jahresbeitrag im Voraus bezahlt, um eine ordentliche Tischtennisplatte zu kaufen (die gibt es sogar heute noch, aber die steht ganz hinten in der Ecke).
Und dann kam eines Tages unser TT-Boss – nein, nicht Sophie Briefs, sondern Wolf Aulich – mit der Nachricht, wir könnten die Halle am Stadtbad Süd haben, wenn wir eine Tischtennismannschaft zu Wettkämpfen melden. Da waren wir uns natürlich sofort einig: Wolf Aulich, Kurt Kersten, Norbert Galban, Heiko Delorme und ich waren die 1. Herrenmannschaft. Und unter diesem Dach hatten wir bald neben zwei Mädchen-/Jungenmannschaften noch zwei Damen- und drei Herrenmannschaften im Spielbetrieb – da musste ich nicht nur spielen, sondern auch eine Jugend- oder Damenmannschaft zum Punktspiel fahren, mit leiden oder mit freuen dann wieder heil nach Hause bringen.

Jedenfalls denke ich, dass wir Tischtennisleute diejenigen sind, die BWA für die Entwicklung vom reinen Fußballverein zu der heute multifunktionellen und multikulturellen Stadtteil-Institution den Weg in die Halle am Stadtbad Süd und damit letztlich auch zu den weiteren Hallen in unserem Viertel geebnet haben.

Und Hanna und ich wollen uns noch lange freuen, wenn wir mittwochs um 19:00 Uhr in die Halle kommen und es brummt beim Training der Mädchen und Jungen und wir gehören dazu.

Dieter Kramer


Hausbau und Umgestaltung Sportanlage

"Wann kriegen wir endlich einen neuen Sportplatz?"

Auch in der neuen Ausgabe des „Aasehers“ möchten wir Sie über den neuesten Stand der Entwicklung hinsichtlich der von uns in Angriff genommenen Projekte – "Neubau eines Vereinshauses" und "Umgestaltung der Sportanlage Aaseestadt zu einer familienfreundlichen Sportanlage" – auf dem Laufenden halten. Björn Uhlhorn und Rolf Gerlach setzen sich als Mitglieder des Bauausschusses unseres Vereins besonders für diese Vorhaben ein.
"Wann kriegen wir endlich einen neuen Sportplatz?" Wie oft habe ich diesen Satz wohl schon gehört. Jeder, der bei Blau-Weiß Aasee Fußball spielt oder mit seiner Mannschaft bei uns spielen muss, jedes Mädchen, das in unserem Verein Volleyball spielt und für jedes Beachvolleyballspiel auf andere Sportplätze ausweichen muss, alle Elternteile, die wieder einmal ihre Kinder trösten müssen, da die Knie der Kinder auf dem harten Platz aufgeschrammt sind, alle Nachbar- und Schulkinder der angrenzenden Schulen, die vernünftige Bewegungsmöglichkeiten in ihrem Viertel suchen, alle haben ein großes Interesse daran, dass endlich die Sportanlage Aaseestadt zu einer familienfreundlichen Sportanlage umgestaltet wird.

Was ist in letzter Zeit geschehen?

Nachdem die Pläne bezüglich eines Vereinhauses schon sehr konkret waren, ist nunmehr vor allem neue Bewegung in das Projekt Sportanlage gekommen. Beide Projekte gehören unserer Meinung zusammen und dürfen nicht isoliert betrachtet werden: Ein Vereinhaus ohne Sportanlage macht ebenso wenig Sinn wie umgekehrt. Zunächst wurde in Diskussionen mit VertreterInnen aus allen Abteilungen und unseren ÜbungsleiterInnen die Wünsche und Bedürfnisse hinsichtlich einer umgestalteten Sportanlage ermittelt. Daneben wurden Gespräche mit den umliegenden Schulen geführt, um auch deren Bedürfnisse für eine Schulnutzung berücksichtigen zu können. Diese signalisierten auch vorbehaltlos ihre Unterstützung für eine Umgestaltung. Lärm- und Lichtemissionsgutachten wurden erstellt, um die Auswirkungen einer Veränderung der Platzgestaltung zu untersuchen. Auf dieser Grundlage hat "unser" Architekt Erich Varnhagen einen Planungsvorentwurf erstellt, mit dem wir in Gespräche mit der Verwaltung eingetreten sind. Mittlerweile sind diese so weit fortgeschritten, dass eine Bauvoranfrage sowohl bezüglich der Umgestaltung der Sportanlage als auch des Baus eines Vereinshauses eingereicht werden konnte.

Zur Klarstellung:

Im Rahmen dieser Bauvoranfrage wird lediglich geprüft, ob eine Realisierung unserer Projekte auf Grund der rechtlichen Rahmenbedingungen grundsätzlich möglich ist. Die Frage einer finanziellen Förderung steht insoweit nicht zur Entscheidung! Trotz der positiven Zusammenarbeit mit der Verwaltung und grundsätzlicher Rückendeckung durch Vertreter von CDU, SPD, Grünen und FDP ist das Problem bekannt: Vor allem die angespannte kommunale Finanzlage erschwert eine städtische Förderung und zeitnahe Umsetzung unserer Ideen und Pläne. Doch wir werden uns weiter dafür einsetzen und kräftig daran arbeiten, dass in nicht allzu ferner Zukunft eine Realisierung möglich wird. Denn trotz angespannter Finanzlage: Sowohl unsere provisorischen Räumlichkeiten als auch die rote Wüste des Sportplatzes haben ihren Zenit deutlich überschritten. Daher muss etwas geschehen – mag es auch noch so schwierig sein...

Was ist noch offen?

Die Frage der Eigentumssituation der Sportanlage Aaseestadt ist zwischen der Stadt Münster und der WestLB noch nicht geregelt. Wir denken, mit etwas gutem Willen und dem Ziel sich vernünftig zu einigen, dürfte auch dieser sich nunmehr über Monate hinziehende Abstimmungsprozess zu einem baldigen Ende kommen können. Dann wären die politisch Verantwortlichen am Zuge und könnten mit Hilfe der bisher im Haushalt veranschlagten Mittel für eine Finanzierung der neuen Sportanlage im nächsten Haushaltsjahr Sorge tragen. Bezüglich des Sportplatzes ist schließlich in den letzten Wochen (Anfang Mai) eine weitere Neuentwicklung hinzu gekommen. Wie bereits hinsichtlich einiger Anlagen geschehen, plant die Stadt zur Entlastung des Sportetats die Überlassung weiterer Sportanlagen an Vereine ab dem Jahr 2003. Uns war bereits vorher klar, dass eine umgestaltete Sportanlage letztlich vom Verein zu übernehmen sein würde. Doch nun müssen wir uns bereits jetzt Gedanken machen, ob und vor allem unter welchen Bedingungen eine Übernahme durch den Verein in Betracht kommt. Zu diesem Zweck werden wir in informelle Gespräche mit der Stadt eintreten. Bevor eine solche Entscheidung fällt, werden wir aber natürlich alle Mitglieder in angemessener Weise informieren und beteiligen. Doch eins ist für uns bereits sicher: Die Anlage in ihrem jetzigen Zustand ist nicht übernahmefähig!
Björn Uhlhorn, Rolf Gerlach

 

 

Musik anders erleben

Geistschüler begeistert

Unter dem Titel "Musik auf der Bühne" bietet die Geistschule den Schülern der Jahrgangsstufe 10 ein neues Unterrichtsprojekt an. Die Aaseher-Redaktion informierte sich bei Schulleiter Karl-Heinz Neubert über das Projekt.

Freitags abends nicht auf Party, sondern in die Schule? Da muss ja schon was ganz Besonderes auf dem Programm stehen. Und so war es auch am 15. Februar 2002, als sich 20 Geistschüler zu einer "langen Nacht der Musical-Filme" trafen. Bis gegen drei Uhr in der Frühe sahen sie sich gemeinsam mit ihren Lehrern Britta Saffran und Karl-Heinz Neubert "My Fair Lady", "Rocky Horror Picture Show" und "West Side Story" an. Anschließend wurden Schlafsäcke und Isomatten ausgerollt. Ein gemeinschaftliches Frühstück am Samstagmorgen rundete die Veranstaltung ab, die den Auftakt zum neuen Unterrichtsprojekt "Musik auf der Bühne" bildete.

Die Idee
"Mit dem Projekt sollen Schüler des 10. Jahrgangs die Möglichkeit erhalten, Musikaufführungen auf unterschiedlichen Bühnen der Stadt Münster mitzuerleben", so Neubert.
Die Idee zu diesem Projekt entspringt zwei Überlegungen: Bereits seit mehreren Jahren richtet Musiklehrer Neubert im Wahlfachbereich Kunst/Musik/Textil für die Klasse 10 seinen Lehrplan zum Thema "Musical" am Angebot der Städtischen Bühnen Münster aus. Zunächst wird ein dort auf dem Spielplan stehendes Musical im Unterricht besprochen. Es folgt eine Führung durch das Theater. Dabei haben die Schüler die Gelegenheit, mit Schauspielern, Maskenbildner, Regisseuren und anderen Beteiligten zu sprechen. Abschließend besucht der Musikkurs gemeinsam eine Abendvorstellung. Die Schüler, die insbesondere durch die Gespräche und den Blick hinter die Bühne an eine für sie in der Regel ungewohnte Musik herangeführt werden, reagieren begeistert. Warum sollte man nicht allen interessierten Schülern des Jahrgangs diese Möglichkeit des Musikerlebens eröffnen?
Der zweite Ansatzpunkt besteht in der Eigenschaft der Schule als städtische Gemeinschaftshauptschule mit Ganztagesangebot. Es hat sich gezeigt, "dass gerade die Schülerinnen und Schüler der höheren Jahrgänge das Angebot der Ganztagesbetreuung aus unterschiedlichen Gründen immer weniger in Anspruch nehmen", erläutert Neubert. Dies liegt beispielweise daran, dass sich viele Schüler ihr Taschengeld durch Jobs am Nachmittag aufbessern. Ein Angebot am Abend kommt ihnen deshalb entgegen.

Voraussetzung: Offenheit

"Das Projekt ist ein Angebot der Schule, etwas Neues kennen zu lernen", betont Neubert und hebt eine wesentliche Leistung der Schüler hervor: "Die Teilnahme setzt Offenheit voraus." Und wer hätte gedacht, dass von den insgesamt rund 90 Schülern der Klassen 9 und 10 regelmäßig 15 bis 20 an den Veranstaltungen teilnehmen? Diese Zahlen machen deutlich, dass die Jugendlichen bereit sind, sich auf Unbekanntes einzulassen und Spaß am gemeinsamen Erleben einer ihnen bisher unbekannten Musik haben. Im Rahmen des Projekts werden die Schüler etwa fünf bis zehn Aufführungen an verschiedenen Bühnen Münsters besuchen. Alle werden inhaltlich und durch einen Blick hinter die Bühne vorbereitet.
Björn Wagner