Der Aaseher Winter 2003/2004
Der Aaseher Winter 2003/2004 - Ausgewählte Beiträge


Endlich: Aasee baut sein Haus (2)
  Immer noch: Erster Spatenstich im nächsten Jahr

Freunde in Lublin gewonnen
  Unterwegs in Polen

Gemeinsam sind wir stark
  Tischtennis

Erfolgreiches Kulturprojekt 2003
  Mutoto e.V. in Lubumbashi


Immer noch: Erster Spatenstich im nächsten Jahr

Endlich: Aasee baut sein Haus (2)

Seit der Ausgabe Winter 1999/2000 finden Sie an dieser Stelle immer einen Bericht über den Fortgang der Entwicklung hinsichtlich eines neuen Vereinshauses unseres Vereins, das als Multifunktionshaus den Bewohnern des Aaseeviertels offen stehen soll. Waren es am Anfang Träume, wurden schon bald konkrete Pläne präsentiert, die im Mai 2000 von der Mitgliederversammlung gebilligt wurden. Aus verschiedenen Gründen folgten Verzögerungen, teils gar Stillstand und Rückschritt. Doch vor dem ersten Spatenstich sind noch ein paar Probleme zu lösen. Rolf Gerlach, Mitglied des Bauausschusses, berichtet.

Bereits im letzten Aaseher vom Sommer 2003 haben wir Erfreuliches mitteilen können: BWA kann endlich bauen! Zwischenzeitlich sind zwar einige weitere Probleme aufgetreten, trotzdem sind wir guter Dinge, unserem Ziel, ein Multifunktionshaus für uns, unseren Verein und unseren Stadtteil bauen zu können, immer näher zu kommen.

Finanzierung
Schien die Finanzierung im Juli 2003 noch gesichert, bekamen wir im September 2003 vom Regierungspräsidenten Münster die Information, dass auf Grund der dramatischen Haushaltslage des Landes NRW die mündlich in Aussicht gestellten Mittel in Höhe von 261.000,- Euro wahrscheinlich komplett entfallen werden. Aussagen über eine Teilförderung in Höhe von ca. 100.000,- Euro waren sehr vage. Eine sehr unerfreuliche Situation, die natürlich Folgen für unsere Finanzierung hat:

• Ohne die 261.000,- Euro kann das Haus in der jetzigen Größe nicht gebaut werden.
• Eine Reduzierung der Größe des geplanten Multifunktionshauses hat aber wohl auch eine Reduzierung der von der Stadt Münster zugesagten Zuschüsse zur Folge.

Woher also das fehlende Geld nehmen?

Gut, haben wir uns gesagt, gehen wir erst einmal Lotto spielen. Aber ehrlich, auch nicht gerade ein sehr erfolgversprechender Weg der Geldbeschaffung (Obwohl, ich versuche es immer mal wieder). Vom Bauausschuss und vom Vorstand des SV Blau-Weiß Aasee haben wir uns daher einiges überlegt, die fehlenden Mittel zu beschaffen:

• Wir wollen einen "Blau-Weiß-Aasee-Fonds" auflegen, in den Freunde und Unterstützer Geld für unser Haus einzahlen können. Diese Einlagen können entweder Spenden sein oder rückzahlbare "Kredite", die banküblich verzinst und nach fünf Jahren zurückgezahlt werden.
• Der Anteil der Eigenleistung beim Bau wird deutlich erhöht. Die Vereinsmitglieder sollen verstärkt mit anpacken und z.B. selber die Innenausbauten, die Anstriche, die Außenanlagen usw. erstellen.
• Sollte das Geld nicht reichen, überlegen wir, Teile des Innenausbaus (z.B. die Duschen) nicht sofort, sondern erst später zu bauen.
• Der Vereinsbeitrag soll moderat erhöht werden, damit wir von dem zusätzlichen Geld einen weiteren Kredit aufnehmen können.

Die Erhöhung des Vereinsbeitrages ist sicherlich für unsere Vereinsmitglieder in Zeiten knapper Kassen nicht gerade ein gern gesehener Weg. Angesichts der auch weiterhin bestehenden niedrigen Beitragssätze (z.B. 6,- Euro monatlicher Beitrag für einen Jugendlichen, der zweimal in der Woche an einem Jugendtraining teilnehmen kann, dem Trikots und Trainingsmaterialen weitestgehend gestellt werden), ist dieser aber sicherlich vertretbar.

Jetzt erst recht
Diese Maßnahmen werden helfen, dass wir trotz der fehlenden oder reduzierten Zuschüsse des Landes NRW unser Haus bauen können. Wir dürfen jetzt nicht mit der Planung aufhören, sonst wird das Propjekt "Multifunktionshaus Blau-Weiß Aasee" auf unabsehbare Zeit verschoben. Jetzt erst recht müssen wir mit viel Schwung und Phantasie weiterarbeiten, um unser großes Ziel im nächsten Jahr zu erreichen.

Und der Platz
Hier sind die nahen Aussichten nicht ganz so erfreulich. Vor der Umgestaltung der Sportanlage Aaseestadt hin zu einer familienfreundlichen Sportanlage müssen die Eigentumsverhältnisse des Platzes neu geordnet werden. Stadt Münster und Westdeutsche Landesbank sind ja wie bekannt gemeinsame Eigentümer der Anlage. Beide Parteien verhandeln zwar wieder - endlich -, es scheint aber ein sehr zähes Ringen zu sein. Vielleicht brauchen beide Parteien ja auch nur einen kleinen Stubs von außen, um endlich zu Potte zu kommen und eine einvernehmliche Regelung zu treffen. Wir alle warten darauf, damit es endlich weitergehen kann. Es wird dringend Zeit!!

Rolf Gerlach


Unterwegs in Polen

Freunde in Lublin gewonnen

Vom 19. bis 29. Oktober 2003 fuhren 28 AaseerInnen zu einem sportlich-kulturellen Jugendaustausch nach Lublin. Nach Kristiansand (Norwegen), Rjasan (Russland) und Mühlhausen (Deutschland/Thüringen) ist dies die vierte Partnerstadt Münsters, in die Blau-Weiß Aasee Kontakte knüpft. Albert Middel berichtet von einer erlebnisreichen Tour, die vom Amt des Rates und des Oberbürgermeisters der Stadt Münster gefördert wurde.

108 Stufen hoch in den 4. Stock mussten wir, das heißt 28 Volleyballmädchen nebst Begleitung, unsere Koffer und Taschen schleppen, um das Quartier für die vorletzte Nacht unserer 11-tägigen Polenreise zu erreichen: Die Jugendherberge in Warschau. Die letzte Nacht sollten wir dann wieder, wie auf der Hinfahrt, im Liegewagen verbringen, diesmal in Richtung Heimat. Jetzt lag noch ein Tag in der polnischen Hauptstadt vor uns und eine interessante Woche in Münsters Partnerstadt Lublin hinter uns.

„Unser Haus in Motycz war ja ein Paradies“, kommentierte Deniz bei der Zimmerverteilung. „Unser Haus“ – das war das Haus der Stiftung „Glückliche Kindheit“ und liegt von viel Natur umgeben circa 15 km von Lublin entfernt. Hier waren wir hervorragend untergebracht. Ein Koch sorgte für unser leibliches Wohl, und für den Transport standen uns die ganze Zeit zwei Kleinbusse zur Verfügung. Die wurden auch ausgiebig genutzt, denn außer Volleyball hat Lublin und seine Umgebung noch vieles andere zu bieten. Für die 10 Mädchen der C-Jugend und die 8 jungen A-Damen hatten die polnischen Organisatorinnen die Grundschule 50 und eine Uni-Mannschaft als Partnerinnen ausgesucht. Bei vielen gemeinsamen Unternehmungen, im Training und bei den abschließenden Turnieren lernten sich die Mädchen ganz im Sinne der Städtepartnerschaft sehr gut kennen. Und auch wir, die 10 begleitenden Erwachsenen aus Münster verstanden uns mit den BetreuerInnen und LehrerInnen aus Lublin ganz ausgezeichnet.

Die Gastgeber hatten ein vielfältiges und interessantes, manchmal schon zu volles Programm ausgearbeitet, das die verschiedenen Interessen der in Wahrheit ja aus drei Gruppen bestehenden Blau-Weiß-Aasee-Truppe zu berücksichtigen versuchte: Besuch eines Freilichtmuseums, Fahrt in die mittelalterliche Stadt Kasimierz Dolny mit einer Bootsfahrt auf der Weichsel, Besuch der Kreidegewölbe in Chelm und für die Älteren ein Besuch des ehemaligen KZ Majdanek. Daneben standen vielfältige Veranstaltungen in Lublin auf dem Programm: Empfang im Rathaus durch den Bürgermeister, Besuch der supermodernen Partnergrundschule 50, natürlich eine Stadtführung und für uns Erwachsene ein interessanter Vortrag über die Situation Polens vor dem Beitritt zur EU 2004 mit anschließender lebhafter Diskussion.

Am Mittwoch Abend waren alle Kinder und Jugendlichen bei den Familien ihrer polnischen Partnerinnen zum Abendessen eingeladen. Die Berührungsängste waren in den Tagen vorher schon beim gemeinsamen Spiel zum größten Teil abgebaut worden. Dazu trug auch das Treffen am Donnerstag im Haus in Motycz bei, wo die Mädchen sich gegenseitig etwas für ihr Land Typisches zeigen sollten. Wir ließen die Lubliner Mädchen am Lambertusspiel rund um die improvisierte Pyramide teilnehmen, und die Polinnen zeigten uns, wie das Nationalgericht Bigos zubereitet wird.

Natürlich wurde auch Volleyball gespielt, und das nicht zu knapp, allerdings mit sehr unterschiedlichen Resultaten. Die gemischte Mannschaft der Erwachsenen von Blau-Weiß hatte gegen das eingespielte Männerteam aus Lublin keine Chance. Gegen das LehrerInnenteam der Grundschule dagegen entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, und ganz schnell wurden deutsch-polnische Mannschaften gebildet. Die A-Jugendlichen erreichten in ihrem 6-er-Turnier mit 5 Uni-Mannschaften aus Metz, Lublin, Warschau und Torun einen dritten Platz, hätten bei etwas mehr Konstanz sogar Erste werden können. Das haben dann die C-Mädchen geschafft, die mit drei Siegen gegen Lubliner Schulmannschaften ganz vorne landeten.

Als sich unsere und die Lubliner Spielerinnen voneinander verabschiedeten, konnten wir sehen, wie trotz der Sprachschwierigkeiten aus Gegnerinnen Freundinnen geworden waren. Ganz schwer fiel uns allen dann am Montag der Abschied von Anka und Agnieszka, die uns die ganze Zeit wunderbar betreut hatten. Die Dritte im Bunde, Beate, begleitete uns nach Warschau. Nach einer Stadtführung am Dienstag bei sonnigem, aber kaltem Wetter und einem letzten Einkaufsbummel bestiegen wir dann um 19.45 Uhr den Nachtzug nach Münster. Und man konnte den Stein hören, der unserem Vorsitzenden Hugo Domin vom Herzen fiel, als alle auf ihren Plätzen saßen, denn schließlich hatte er die Hauptlast der Organisation dieser Reise getragen.

Am nächsten Morgen hörten die Angehörigen und Freunde, die uns vom Bahnhof abholten, auf die Frage „Wie wars?“ ein einstimmiges „Es war einfach toll."
Albert Middel

 

Tischtennis

Gemeinsam sind wir stark

Tischtennis bei Blau-Weiß Aasee ist mehr, als an grünen Platten einen weißen Ball zu jagen. Über die gemeinschaftlichen Aktionen einer sehr lebendigen Abteilung berichtet Trainerin Sophie Briefs.

Es tut sich was in der TT-Abteilung. Seit den Osterferien gibt es beim Schüler-Training Verstärkung: Julia Hoffmann und Alexander Bruns sind nach ihrer Assistenz-Trainer-Ausbildung in den Trainingsbetrieb mit eingestiegen. Einzel- und Gruppentraining ist jetzt gleichzeitig möglich. Das erhöht die Trainingsintensität und kommt allen zugute. So war es möglich, in der neuen Saison nach den Sommerferien in allen 4 Altersstufen Mannschaften an den Start gehen zu lassen.

Schüler C (bis Jahrgang 93)
Sebastian Bruland, Daniel Ahrens, German Skilarski, Hendrik Börste und Kevin Albers spielen in der Kreisliga. In dieser Saison dürfen sie gewinnen, müssen es aber nicht. Saisonziel ist es, Erfahrungen zu sammeln (wie laufen Punktspiele ab - Konzentration aufbringen für 3 Einzel und 1 Doppel, wie verhalte ich mich bei Siegen/Niederlagen, wo sind die Toiletten ...) Nach diesen Erfahrungen haben sie bei Punktspielen nicht mehr so viele Schmetterlinge im Bauch.

Schüler B (bis Jahrgang 91)
Julian Bragard, Ansgar Engbert, Alexander Osthege und Axel Hoffmann treten ebenfalls in der Kreisliga an. Hier sind Können und Anforderungen schon höher angesetzt. Ziel der Saison: ein Platz im Mittelfeld.

Schüler A (bis Jahrgang 89)

Tobias Linsen, Viktor Rech, Jan-Lukas Dietz, Andreas Rech und Mario Weber spielen in der Kreisklasse. Ihr Saisonziel ist es, einen Platz in der oberen Tabellenhälfte einzunehmen.

Jugend (bis Jahrgang 86)
Tobias Frey, Jens Höggemeier, Julia Hoffmann, Leonard Kropp, Daniel Mathey, Carsten Großmann und Stephan Schröder. Die Truppe spielt nach dem Aufstieg in der Kreisliga und hat einen schweren Stand, da mit Johannes Hörst ein Leistungsträger in dieser Saison in der Herrenmannschaft spielt. Ihr Saisonziel ist es, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen und nicht wieder abzusteigen.

Diese 4 Mannschaften bei Meisterschaftsspielen zu betreuen, ist ohne die tatkräftige Hilfe der Eltern (Betreuung in der Halle, Fahrten zu Auswärtsspielen) gar nicht möglich. DANKE!

Neben dem Training und den Meisterschaftsspielen haben wir noch andere Tischtennis-Aktivitäten. So fanden am 28.o6.o3 unsere Vereinsmeisterschaften für Schüler und Jugendliche statt. In gemütlicher Atmosphäre bei Apfelschorle (Becher wurden mitgebracht), Weingummi und Plätzchen wurden die neuen Vereinsmeister und Platzierten ermittelt:

Schüler C:
1. Ansgar Engbert
2. Sebastian Bruland
3. German Skilarski
4. Hendrik Börste
5. Kevin Albers

Schüler B:
1. Jan-Lukas Dietz
2. Ansgar Engbert
3. Julian Bragard

Schüler A:
1. Viktor Rech
2. Jan-Lukas Dietz
3. Andreas Rech

Jugend:
1. Jens Höggemeier
2. Tobias Frey
3. Johannes Hörst

Jugend-Doppel:
1. J. Hörst / J. Höggemeier
2. C. Großmann / T. Frey
3. L. Kropp / V. Rech

Eltern, Geschwister und Freunde waren zahlreich vertreten (wir hatten Publikum!). Sie bejubelten Erfolge und erkannten auch die Leistungen an, die nicht zu Siegen führten.

Aktivitäten im Bezirk
Durch unsere C-Schüler Ansgar Engbert und Felix Thiel wurde unser Aktionsradius vom Kreis auf den Bezirk erweitert. Erfolgreiches Spiel bei den Kreisranglisten führte zur Qualifikation bei den Bezirksvorranglisten und später bei der Bezirksendrangliste in Merfeld. Von 140 gestarteten Schülern spielte sich Ansgar auf Rang 10 vor. Super!

Ansgar hat so gut gespielt, dass er zu den Bezirksmeisterschaften in Everswinkel eingeladen wurde. Diese Einladung war für unsere Abteilung eine Premiere. Von den Kreisjugendwarten der Kreise Recklinghausen, Borken/Coesfeld, Münster/Warendorf, Emsland und Tecklenburg nominierte Spieler trafen aufeinander. Hier belegte Ansgar einen guten 13. Platz.

An den Münsterland-Meisterschaften im Tischtennis haben wir auch teilgenommen. Beim Fußballturnier der Tischtennisser waren wir zwar nicht die erfolgreichsten, aber dank der Trikots unserer Fußballabteilung sicher die am besten ausgestatteten Spieler.

Auch außerhalb vom Tischtennis tut sich was. Im Juli haben wir mit den Jugendlichen und Schülern eine Paddeltour auf der Werse von Stapelskotten bis Sudmühle unternommen. Es hat relativ viel Mühe gemacht, diese Aktion zu vertretbaren Preisen zu organisieren. Über den Hochschulsport ist es uns dann doch gelungen. Wir waren auf alles vorbereitet (Regenzeug, Ersatzkleidung), aber der Wettergott hat es gut mit uns gemeint. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir auf der Werse viel Natur gesehen und bei Verfolgungsjagden, "Rundfahrten" und leichten Rempeleien viel Spaß gehabt. Die Jugendlichen haben diese Aktion mit einer Zeltübernachtung abgeschlossen. Die Schüler wurden von den Eltern wieder in die heimatlichen Gefilde gebracht. Wiederholung erwünscht!

Zu unserem traditionellen "Adventskegeln" werden wir uns am 3. Adventssonntag treffen. Die C-, B- und A-Schüler freuen sich schon darauf. Die Jugendlichen überlegen noch, ob sie lieber einen Bowling-Abend machen wollen.

Es gibt auch Neues aus dem Erwachsenenbereich zu vermelden: Wir haben wieder eine Herrenmannschaft! In dieser Saison starten Andre Wenker, Alfred Kuhlenbäumer, Johannes Hörst, Gustav Heinrich, Rudolf Großmann, Christian Bleiming, Christian Schulte, Alexander Bruns, Horst Deters, Wolf-Rüdiger Aulich und Thomas Fülle in der 3. Kreisklasse die Jagd auf einen guten Tabellenplatz. Wir wünschen ihnen viel Spaß und viel Erfolg!

Freude am Sport und gemütliches Beisammensein vereinen wir bei den Vereinsmeisterschaften für Erwachsene am 29.11.03. Hieran nehmen aber nicht nur Mannschaftsspieler teil, sondern neben den eingeladenen Jugendlichen auch die Erwachsenen, die "just for fun" Tischtennis spielen. Ohne diese "Leutchen" würden die Trainingsabende nur halb so viel Spaß machen.

Nach der Siegerehrung mit Medaillen, Urkunden und Sachpreisen ist die Feier noch nicht zu Ende. Zu unserem anschließenden Adventsessen im Gasthaus Hegemann sind auch die Partner herzlich willkommen, die das ganze Jahr über viel Verständnis dafür aufbringen, dass es in ihrer unmittelbaren Nähe Menschen gibt, denen es Spaß macht, einen kleinen weißen Ball über den Tisch zu jagen.
 
Sophie Briefs
 

Mutoto e.V. in Lubumbashi

Erfolgreiches Kulturprojekt 2003

Theater, Musik, Artistik und Tanz - aus diesen vier Elementen ließen deutsche und kongolesische Künstler in der Demokratischen Republik Kongo eine ungewöhliche Collage von fast zwei Stunden Dauer entstehen, die in der kongolesischen Millionenstadt Lubumbashi gleich drei Mal aufgeführt wurde. Mutoto machte mit dem Musik- und Kulturprojekt einerseits auf die problematische Situation von Straßenkindern in der Stadt aufmerksam, andererseits wurden auch die von Mutoto angestrebten kultur- und gesellschaftspolitischen Zielsetzungen wie beispielsweise der gleichberechtigte kulturelle Austausch zwischen Kongo und Deutschland vorangetrieben.

Durch Kulturarbeit Perspektiven schaffen - unter dieser Prämisse machten sich vom 26. Juli bis zum 21. August 2003 fünf deutsche Fachleute aus dem Musik-, Theater- und Schauspielbereich unter der Leitung von Richard Nawezi (Vorsitzender von Mutoto) auf den Weg nach Lubumbashi.

Innerhalb von vier Wochen entstand unter der gemeinsamen Regie von den deutschen Theatermachern Richard Nawezi und Barbara Kemmler sowie den kongolesischen Regisseuren Kasongo und Odette Nkulu ein mehrteiliges Musik- und Theaterprojekt mit 90 Kindern und Jugendlichen aus den von Mutoto unterstützten Kinderhilfseinrichtungen. An der Produktion beteiligten sich auch zwei professionelle Ensembles aus Lubumbashi: die Tanz-Artistik Gruppe Bana Mampala (Foto) sowie die A-capella-Formation Best Musica.

Im Mittelpunkt des Projektes standen die Kinder, die in der Aufführung zu Akteuren wurden. Den Kindern selbst wurde - im Rahmen einer hochwertigen und ehrlichen Kulturarbeit - eine Perspektive aufgezeigt und ihr Selbstwertgefühl gestärkt. Gearbeitet wurde mit den Ideen und Themen der Kinder wie beispielsweise Armut und Hexerei. Die Theatergruppe aus dem Kinderheim Bumi thematisierte, wie Kinder auf der Straße landen.

Die Härte, Aussichtslosigkeit und Bedrohlichkeit des Lebens auf der Straße brachte das Ballett Bana Mampala auf die Bühne. Ein Kinderchor unter der Leitung von Kyungu Jean, drei Blockflötengruppen, zwei Musikerinnen sowie die Sängerin Nely A. Daja machten die Aufführung zu einer spannenden Collage. Alle Kinder machten mit großer Begeisterung und noch mehr Engagement mit, viele Ideen und Einfälle zu Kostümen oder der Inszenierung kamen von ihnen selbst.

Mit 30 Blockflöten, gespendet von der Fa. Moeck, flogen auch Gudula Rosa (Musikerin und Musikpädagogin an der Westf. Schule für Musik) und Kim-José Bode (Musikstudentin) mit nach Kongo. Mit 30 Kindern aus dem Kinderheim Bumi erarbeiteten die Musikerinnen die Blockflötenparts der Produktion, dazu wurde täglich in kleinen Gruppen an Noten und Technik gearbeitet. Gudula Rosa und Kim-José Bode gaben darüber hinaus Blockflötenkonzerte in den Einrichtungen und tauschten sich mit einem traditionellen Flöten-Tanzensemble aus Lubumbashi aus.

Die vier Regisseure probten ebenfalls täglich mit den Kindern und Jugendlichen. Kasongo und Odette Nkulu hatten bereits im Vorfeld der Reise Passagen für das Theaterstück mit Kindern und Jugendlichen vorbereitet. Die in den Musik-, Theater- und Tanzgruppen erarbeiteten Elemente wurden zu einer vielschichtigen Inszenierung zusammengeführt. Das Bühnenbild gestaltete Henri Alain Unsenos.

Im besten Hotel von Lubumbashi, einem abgetakelten Veranstaltungssaal und im ärmsten Viertel "Katuba" wurde die Aufführung gezeigt. Mit Erfolg: Mutoto ist es gelungen, auf das Thema Straßenkinder aufmerksam zu machen. Das kongolesische Fernsehen und Radio waren ebenfalls höchst interessiert. Es verging kein Tag, an dem nicht über das Engagement von Mutoto berichtet wurde. Im Auftrag von Mutoto wurde sogar der Dokumentarfilm "Survie" von zwei Journalisten aus Lubumbashi gefilmt. Der Film zeigt ebenso wie das Kulturprojekt eindringlich die komplexe Problematik der Straßenkinder.

Auch der Zahnmediziner Thomas Becker und die Tierärztin Christine Winkler reisten parallel zum Künstlerteam nach Kongo. Thomas Becker behandelte Kinder aus den von Mutoto unterstützten Einrichtungen. Christine Winkler informierte sich über die Kleintierhaltung und die Anlage von Tilapia-Fischteichen.

Alle Projekte werden von Mutoto fortgeführt. So wird es in den Kinderheimen künftig kostenlosen Blockflöten- und Theater-Artistik-Unterricht geben.

Das Kulturprojekt wurde organisiert von Mutoto e.V. (Münster), unterstützt von der Westfälischen Schule für Musik und gefördert durch das Goethe Institut Inter Nationes, die Bundesvereinigung kulturelle Jugendbildung BKJ.

Gunda Klöpping

Mutoto-Party
Am 31. Januar 2004 findet im Theater im Pumpenhaus die vierte Mutoto-Party statt (Einlass: 20:00 Uhr). Neben tollen Live-Acts wird über die Arbeit von Mutoto e.V. und das Kulturprojekt 2003 sowie den Bau der Mutoto-Einrichtung informiert.
Kartentelefon: 23 34 43 (nur Reservierung)
Vorverkauf: MZ Ticket corner


Informationen zu Mutoto
Weitere Informationen zur Arbeit und zu den Projekten von Mutoto e.V. erteilt:
Richard Nawezi
Tel.: 0251- 23 45 57
Fax: 0251- 16 21 466
Mail: nawezi@mutoto.de
www.mutoto.de


BWA unterstützt Mutoto

Der SV Blau-Weiß Aasee unterstützt die Arbeit von Mutoto. So werden die Startgelder des parallel zum Sommerfest stattfindenden Lubumbashi-Cups, einem Kleinfeldturnier für Hobbyfußballer, gespendet.
Am diesjährigen Turnier nahmen 12 Teams aus Münster, Essen, Düsseldorf und Leverkusen teil. Einzelne Teilnehmer reisten sogar von noch weiter her an. In einem spannenden Finale setzten sich die Schlebuscher Jungs aus Leverkusen mit 1:0 gegen die Vertretung des SV Blau-Weiß Aasee durch. Das in den vergangenen Jahren sieglose Team von Mutoto belegte überraschend den vierten Platz (0:2 im Spiel um Platz 3 gegen 1. FC Gubehegeanmamaba).
Die Hauptsache war jedoch, dass alle Beteiligten viel Spaß hatten und ihre Teilnahme am Kick für den guten Zweck für 2004 bereits wieder ankündigten. Den aktuellen Wanderpokal stiftete übrigens das Scots View, DIE schottische Kneipe in Münster. Vielen Dank!