Der Aaseher Winter 2006/2007
Der Aaseher Winter 2006/2007 - Ausgewählte Beiträge

Frust kaum noch zu steigern
  Nichts Neues zum Sportplatz

Es ist normal verschieden zu sein
  WM trägt zu anderer Wahrnehmung bei

Höhepunkt schon vor dem Spiel
  Integrative Fußballgruppe WM-Eskorte für Japaner

Günther-Welp-Cup gewonnen
  E1 Fußballer mit erfolgreichem Saisonauftakt

Entscheidungen am grünen Tisch
  Tischtennis

Nichts Neues zum Sportplatz

Frust kaum noch zu steigern

Es gibt 1000 gute Gründe, die Sportanlage Aaseestadt wenigstens zu sanieren. Längst hat Blau-Weiß Aasee Pläne erstellt, den Sportplatz in eine familienfreundliche Sportanlage umzugestalten. Davon würde nicht nur der Verein, sondern auch sein gesamtes Umfeld profitieren. Leider tut sich nichts. Geschäftsführer Rolf Gerlach fasst zusammen.

"Die Renovierung der Sportanlage Aaseestadt, das zeigen auch die häufig erregten Diskussionen im Verein und in der Nachbarschaft, duldet keinen weiteren Aufschub mehr." Dieses Zitat aus dem letzten Aaseher vom Sommer 2006 hat auch heute noch uneingeschränkte Gültigkeit. Warum dauert die Realisierung dieses Projekts eigentlich so lange? Warum verzögert sich das immer wieder?

Sicherlich war es in den letzten Jahren schwierig, die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen und es ist offensichtlich auch schwierig, die Finanzierung des Projekts zu sichern. Gleichwohl ist es für mich immer wieder schwer nachzuvollziehen, dass gerade bei diesem Projekt, von dessen Realisierung so viele verschiedene Interessengruppen profitieren würden, nicht ALLE so an einem Strang ziehen, dass die Umgestaltung der Sportanlage Aaseestadt hin zu einer familienfreundlichen Sportanlage schnellstens verwirklicht werden kann. Von einer neuen, wirklich nutzbaren Sportanlage Aaseestadt profitiert neben dem Verein Blau-Weiß Aasee ja unter anderem auch der Schulsport, andere sporttreibende Gruppen wie Betriebs- und Freizeitsportler, die ganze Aaseestadt und insbesondere auch die angrenzende Nachbarschaft.

• Die angrenzende Dietrich-Bonhoeffer-Schule und die Richard-von-Weizsäcker-Schule könnten auf der Sportanlage endlich vernünftigen Schulsport anbieten. Gerade in Zeiten, in denen viel über bewegungsunlustige Kinder geklagt wird, eine sicherlich besonders wichtige neue Möglichkeit. Aber auch das Annette-Gymnasium und das Hittorf-Gymnasium nutzten früher die Sportanlage für ihren Schulsport. Zur Zeit nicht mehr, da für die Schüler Sportbetrieb auf dem Sportplatz viel zu gefährlich geworden ist (für die Kinder von BW Aasee nicht?)
• Für die Übermittagbetreuung und die offenen Ganztagsangebote der Schulen sollte die Sportanlage verstärkt genutzt werden können. Auch hier sind die Möglichkeiten im Moment sehr eingeschränkt. Einzig eine Fußballgruppe im Rahmen des Angebots der Offenen Ganztagsschule der Bonhoefferschule tummelt sich einmal wöchentlich auf den kleinen "Rasenflächen" im Randbereich der Sportanlage Aaseestadt. Sobald das Wetter aber schlechter wird, wird auch dieses Angebot wieder vorbei sein müssen.
• Die Betriebssportler haben sich mittlerweile regelmäßig andere Sportanlagen gesucht, auf denen das Verletzungsrisiko, wie hier auf dem maroden Ascheplatz, nicht so groß ist.
• Die Freizeitsportler nutzen nur noch die Speckbrettplätze. Einfach schade, dass hier wichtige wohnortnahe Bewegungsflächen insbesondere für die Kinder und Jugendlichen aus der Aaseestadt verloren gehen.
• Sicherlich würde auch die Nachbarschaft von der Renovierung des Sportplatzes profitieren. Der Aufbau des Platzes ist mittlerweile so marode, dass sich der Staub und Dreck, der sich insbesondere bei trockenem Wetter bildet und sich auch durch die Besprenkelung des Platzes nicht vermeiden lässt, auf die angrenzenden Gärten und Terrassen verteilt. Die evtl. zusätzlichen Belastungen der Nachbarn durch einen verlängerten Sportbetrieb durch den Bau einer Flutlichtanlage werden durch die Vorteile einer umgestalteten neuen Sportanlage Aasesstadt auf jeden Fall aufgefangen (weniger Lärm, Dreck, Staub, keine gefährlichen Brachflächen mehr, wie bei der alten Tennisanlage). Die Nutzung der Flutlichtanlage wird auch nicht dazu führen, dass Sport auf der Sportanlage am Tag länger als bisher betrieben wird, sondern nur dazu, dass auch im Frühjahr und Herbst die Sportanlage ggf. mit Flutlicht genutzt werden kann. Bisher ist ohne eine Flutlichtanlage nur ein reiner Sommerbetrieb möglich.

Natürlich würde auch Blau-Weiß Aasee immens von der Umgestaltung der Sportanlage Aaseestadt profitieren:
• Die Volleyballer erhielten endlich ihre Beachvolleyballanlage und müssten nicht immer zum Sportplatz von Borussia Münster oder auf die Sentruper Höhe ausweichen. Es ist sicherlich unbestritten, dass die Volleyballabteilung von Blau-Weiß Aasee als die größte Volleyballabteilung in Münster eine neue Beachvolleyballanlage auf der Sportanlage Aaseestadt auch ausreichend nutzen würde.
• Durch den Ganzjahresbetrieb der Sportanlage erschließt sich für den Verein und das Bistro eine wichtige weitere Einnahmequelle. Bisher war es doch so: Sobald der Trainingsbetrieb der Fußballer wegen der fehlenden Flutlichtanlage auf die Sentruper Höhe verlegt werden musste, pausierte auch ein wesentlicher Teil des Vereinslebens bei Blau-Weiß Aasee.
• Eine neue familienfreundliche Sportanlage lässt auch weitere Sportangebote des Vereins zu (z.B. Angebote der Leichtathletik, Laufkurse, Bewegungsspiele für Kinder usw.).
Am wesentlichsten profitiert natürlich die Fußballabteilung von einem neuen Sportplatz. Ich wundere mich ja immer wieder, dass trotz der miserablen sportlichen Rahmenbedingungen, regelmäßig 15 Jugend- und 4 Erwachsenenmannschaften bei uns Fußball spielen. Das zeigt doch, wie hoch der Bedarf in der Aaseestadt ist und welchen Stellenwert die Fußballabteilung von Blau-Weiß Aasee mittlerweile in der Stadt Münster hat.
• Für so viele Fußballmannschaften reicht einfach der Platz auf nur einem Sportplatz nicht mehr aus. Für den Trainingsbetrieb teilen sich zur Zeit bis zu vier Mannschaften gleichzeitig den Sportplatz. Es ist einfach zu eng.
• Der Trainingsbetrieb, der dann weitestgehend über die ganze Saison nur auf der Sportanlage Aaseestadt stattfinden könnte, würde den Betrieb unserer Fußballabteilung deutlich erleichtern. Der Wechsel jedes Jahr auf die Sentruper Höhe reißt immer auch ein Stück unseres Vereinslebens auseinander.
• Ich freue mich besonders darauf, dass dann hoffentlich nicht mehr so viele Verletzungen, insbesondere Schürfwunden und Rückenbeschwerden bei unseren Fußballern auftreten. Es ist schon manchmal schwer zu ertragen, dass insbesondere unsere Kinder und Jugendlichen so viele bösartige Schürfwunden durch den maroden Fußballplatz davontragen. Eigentlich ist es unverantwortlich.
• Mädchenfußball als ein weiteres dringend erforderliches Angebot der Fußballabteilung ist auf diesem verletzungsgefährlichen Sportplatz zur Zeit kaum möglich.
• Jedes Jahr wechseln Spieler den Verein, weil sie endlich auf einem vernünftigen Fußballplatz spielen wollen. Dies ist für uns nicht nur ein Problem der Qualität unserer Fußballmannschaften, da leider besonders die leistungsstarken Spieler uns verlassen, sondern auch ein Problem, auf Dauer überhaupt den Bestand einer Mannschaft zu sichern. Insbesondere bei den älteren Jahrgängen ist es nicht immer leicht, genügend Spieler an den Verein zu binden, damit die Mannschaft auch über eine ganze Saison funktioniert. Hier ist jeder Aderlass besonders schmerzlich.

Man sieht, es sprechen so viele gute Gründe dafür, die Sportanlage Aaseestadt zu einer familienfreundlichen, wirklich nutzbaren Sportanlage umzugestalten. Gründe, die nicht nur Sportpolitiker, sondern auch alle an der Aaseestadt Interessierten, alle Schul- und Familienpolitiker überzeugen müssten. Glauben Sie mir, das Geld wäre wirklich gut angelegt! Denken Sie bitte daran, wir alle, Verein, Sportler, Bürger der Aaseestadt, warten schon so lange mehr oder weniger geduldig auf die Umgestaltung der Sportanlage, dass es jetzt endlich Zeit wird, die Sache vor anderen Projekten zu realisieren. Wir alle, aber insbesondere die Kinder und Jugendlichen unseres Vereins und des Stadtviertels haben es verdient!
Rolf Gerlach
 

WM trägt zu anderer Wahrnehmung bei

Es ist normal verschieden zu sein

Birgit Honsel-Ackermann ist stellvertretende Vorsitzende der Lebenshilfe Münster e.V. Mit Björn Wagner spricht sie über die Organisation der INAS FID WM, die Aufgaben der Lebenshilfe und die Kooperation mit dem SV Blau-Weiß Aasee.
 
1
Wer steckt hinter der Fußball WM der Menschen mit Behinderung, wer organisierte die WM in Deutschland und wer war in Münster für Vorbereitung und Durchführung des Vorrundenspiels Japan - Nordirland in Hiltrup zuständig?
Hinter der WM steht der Weltverband für Sport mit Menschen mit geistiger Behinderung und Lernbehinderung INAS-FID (International Sports Federation for Persons with Intellectual Disability). Nationaler Ausrichter war die "Fußball WM 2006 der Menschen mit Behinderung gGmbH", getragen vom Bundesverband und Landesverband NRW der Lebenshilfe, dem Deutschen Behindertensportverband und dem Behindertensportverband NRW, mit Unterstützung des Deutschen Fußballbundes.
Die Durchführung und Organisation in Münster lag bei der Lebenshilfe Münster, der Westfalenfleiß gGmbH Arbeiten und Wohnen, dem TuS Hiltrup (in dessen Stadion das Spiel stattfand), dem Sportamt der Stadt Münster und dem Stadtsportbund. Tatkräftige Unterstützung hatten wir durch ca. 70 ehrenamtliche HelferInnen, u.a. auch MitarbeiterInnen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, die das WM-Spiel als Ziel für ihren diesjährigen Betriebsausflug ausgesucht hatten.
 
2
In welchem Turnus wird die INAS-FID WM ausgespielt? Wer waren die bisherigen Weltmeister?
Die Fußball WM der Menschen mit Behinderung gibt es seit 1994. Sie wird alle vier Jahre ausgespielt und findet immer in dem Land statt, das auch die Fußball WM der Menschen ohne Behinderung ausrichtet. Also nächstes Mal (vielleicht?) in Südafrika.
Weltmeister waren bisher:
1994 Rumänien
1998 Polen
2002 England
2006 Saudi-Arabien
Deutschland stand fast immer an dritter oder vierter Stelle.
 
3
Rund um das Vorrundenspiel in Hiltrup hat die Lebenshilfe ein buntes Rahmenprogramm organisiert. Welche Aktionen waren das?
Da gab es eine ganze Menge Aktionen, die die Lebenshilfe und Westfalenfleiß in Kooperation mit anderen Organisationen und Unternehmen rund um die WM als Sympathiekampagne für Menschen mit Behinderung in Münster organisiert hatten. So war z.B. die Wanderausstellung zum Thema "Es ist normal verschieden zu sein", im Zwei-Wochen-Rhythmus in verschiedenen Firmen und Institutionen in Münster zu sehen. Der WM-Promotion-Truck mit vielfältigem Programm und zahlreichen Aktionen machte auf dem Hafenplatz Station. Im DJK-Bildungs- und Sportzentrum Münster gab es ein Torwandschießen mit ca. 30 prominenten Persönlichkeiten aus Münsters Politik und Gesellschaft. Die Tanzgruppe "Schrittwechsel" präsentierte zu verschiedenen Anlässen ihr kreatives tänzerisches Können. Das Kunstprojekt "Probierstube" hatte im Rahmen von "Schauraum" eine bemerkenswerte Ausstellung. Das "Schrägstrichtheater" feierte mit seinem neuen Stück "Up and Down" eine ausverkaufte und umjubelte Premiere. Die "Schätzbude", eine Art "Wettbüro", in dem jeder Interessierte einen Tipp zur Zuschauerzahl beim Vorrundenspiel in Münster abgegeben und attraktive Preise gewinnen konnte, hatte zwei Tage lang ihren Standort in der Innenstadt. Und schließlich feierten 400 Fans, Freunde und Unterstützer des Spiels in der "Weltmeisterschaftsdisco" in der Sputnikhalle den krönenden Abschluss der Kampagne.
 
4
Wie war die Resonanz auf das Spiel in Hiltrup und das Rahmenprogramm? Wird das Ereignis INAS-FID WM Deiner Meinung nach in Deutschland eine nachhaltige Wirkung entfalten?
Die Resonanz war überwältigend. Wir hatten 4.400 begeisterte Besucher im Stadion. Vor allem hat es mich gefreut, dass auch viele Schulklassen den Weg nach Hiltrup gefunden haben. Die Stimmung war super! Davon zeugten auch die Berichte in der Presse anschließend. Ich denke schon, dass das Ereignis eine nachhaltige Wirkung entfaltet. Diese WM hat sicherlich dazu beigetragen, dass Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit mit einem anderen Blick gesehen werden, dass nämlich zuerst der Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten gesehen wird und nicht die Behinderung im Vordergrund steht. Das Motto der Lebenshilfe "Es ist normal verschieden zu sein" konnte in dieser WM gut transportiert werden.
 
5
Gab es für Dich persönlich ein besonderes WM-Erlebnis?
Mein persönliches WM-Erlebnis war das Endspiel in der mit 14.500 jubelnden Zuschauern besetzten BayArena in Leverkusen. Ich war mit meinem Mann und meinen beiden Söhnen da. Obwohl ich alles andere als ein Fußball-Fan bin, hat mich dieses spannende Spiel, in dem die Mannschaft von Saudi-Arabien schließlich nach einem dramatischen Elfmeterschießen den Sieg über die Niederländer errang, richtig mitgerissen. Als unser Alt-Bundeskanzler, Gerhard Schröder, der Schirmherr der WM war, dem neuen Weltmeister den Pokal überreichte, war ich richtig gerührt. Dass mich Fußball so begeistern kann, hätte ich niemals gedacht!
 
6
Was genau ist die Aufgabe der Lebenshilfe?
Die Lebenshilfe ist ein Selbsthilfeverein, der die Interessen von Menschen mit geistiger Behinderung und ihren Angehörigen vertritt. Eltern und zunehmend auch Menschen mit geistiger Behinderung selbst unterstützen sich gegenseitig, ihr Leben zu gestalten. Darüber hinaus bietet die Lebenshilfe Unterstützung durch professionelle Mitarbeiter in verschiedenen Einrichtungen und Diensten an. Die Lebenshilfe setzt sich für die Verbesserung der Lebensqualität sowie die gesellschaftliche Anerkennung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung ein. Sie unterstützt Menschen mit geistiger Behinderung auf ihrem Weg zu immer mehr Selbst- und Mitbestimmung.
 
7
Was leistet der Freizeitbereich der Lebenshilfe Münster? Wie viele MitarbeiterInnen arbeiten dort?
Der Freizeitbereich schafft organisatorische Rahmenbedingungen, gibt Impulse und begleitet Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung bei der Gestaltung ihrer Freizeit. Es gibt feste Freizeit- und Sportgruppen, Bildungs- und Kulturangebote, Projekte, Urlaubs- und Ferienreisen, Feste und Veranstaltungen. Zunehmend kooperieren wir mit anderen Freizeit- und Sporteinrichtungen in Münster im integrativen Bereich. Unser Ziel ist es, dass Menschen mit Behinderung ihre Freizeit verbringen können, wie alle anderen Bürger der Stadt auch, nämlich in Jugendeinrichtungen, Sportvereinen, Bildungshäusern, Kirchengemeinden, etc. in ihrem jeweiligen Stadtteil. Dort, wo sich ihre nichtbehinderten Nachbarn je nach Interessenlage auch aufhalten und nicht separiert in "Behinderten-Spezial-Angeboten". Dieses Ziel fasst die Fachwelt unter dem Begriff "Inklusion" zusammen. Das bedeutet, dass Menschen mit Behinderung von Anfang an überall dabei sind, vom Kindergarten über Schule, Wohnen, Freizeit bis hin zur Arbeit. Der Weg ist noch weit. Daran arbeiten bei uns im Freizeitbereich vier hauptamtliche MitarbeiterInnen (in Teilzeitarbeit), ein Zivi und ca. 60 ehrenamtliche Kräfte. Ihr von Blau-Weiß Aasee habt in Sachen "Inklusion" schon einen Super-Anfang gemacht.
 
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Beim SV Blau-Weiß Aasee gibt es in Kooperation mit der Lebenshilfe Münster e.V. seit Juli 2003 eine integrative Fußballgruppe, in der Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung miteinander kicken. Was als Projekt begann, ist ein fester Bestandteil im Programm des Sportvereins geworden. Seit April 2006 gibt es sogar eine zweite Gruppe. Hast Du mit diesem Erfolg gerechnet?
Wir hatten natürlich gehofft, dass es ein erfolgreiches Projekt wird. Dass es sich aber so nachhaltig etabliert, davon konnten wir eigentlich nur träumen. Wir freuen uns darüber sehr! Dieser Erfolg ist aber auch im Wesentlichen dem Engagement eurer Leute im Verein zu verdanken. Insbesondere Du, Björn bist maßgeblich daran beteiligt, dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken.
 
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Neben dem Fußball gibt es bei Blau-Weiß Aasee auch integrative Angebote im Bereich Walking sowie Bewegung, Spiel und Spaß für Grundschulkinder. Welches Angebot würdest Du Dir für die Zukunft wünschen?
Vielleicht wäre es eine gute Idee, so etwas wie die sportmotorische Grundausbildung für Kinder auch als integratives Angebot im Erwachsenenalter mit ins Programm zu nehmen. Es soll da nicht die Ausübung einer bestimmten Sportart im Vordergrund stehen, sondern je nach Wünschen und Bedürfnissen der Teilnehmer die Möglichkeit, einfach mal verschiedene Sachen auszuprobieren, z.B. eine zeitlang Federball spielen, dann Gymnastik, dann autogenes Training/Entspannung, vielleicht ein wenig Tanz oder, oder... Wenn das alles ganz leistungsfrei, nur nach Lust und Laune der jeweiligen Teilnehmer stattfindet, können auch Menschen mit Behinderung da problemlos mitmachen.
 
10
Zum Schluss noch eine private Frage. Welches Buch würdest Du für den Weihnachtswunschzettel empfehlen?
Ich bin ja der absolute Krimifan. Zurzeit lese ich das Buch "Sundermann und der Tote ohne Herz" von Andreas Busch. Das ist ein in sehr witzigem Stil geschriebener Krimi, der in Münster spielt. Diese Mischung aus Spannung und Humor mag ich sehr - auch im Leben!

 

Integrative Fußballgruppe WM-Eskorte für Japaner

Höhepunkt schon vor dem Spiel

Obwohl die zweite integrative Fußballgruppe des SV Blau-Weiß Aasee erst seit April besteht, durften die 9-11jährigen Jungs schon WM-Luft schnuppern. Beim Vorrundenspiel der INAS FID WM zwischen Japan und Nordirland in Hiltrup eskortierten sie die japanische Nationalmannschaft auf das Spielfeld. Trainer Andreas Flamme berichtet von einem aufregenden Tag.

Am 7. September kam die 4. INAS-FID nach Münster, die vierte Fußball-Weltmeisterschaft der Menschen mit Behinderung. Im Hiltruper Stadion trafen die Mannschaften aus Nordirland und Japan aufeinander, um sich im letzten Vorrundenspiel der Gruppe A miteinander zu messen. Allein das sorgte schon in und um Münster für helle Aufregung und Vorfreude. Besonders groß war die Vorfreude bei den Kickern der integrativen Fußballgruppe 2, die seit den Osterferien diesen Jahres aktiv sind und jeden Freitag von 16- 17 Uhr auf dem Ascheplatz der Blau-Weißen für Wirbel sorgen. Die Spieler bekamen die einmalige Möglichkeit als Eskorte gemeinsam mit den Spielern der Nationalmannschaften ein zu laufen, zusammen die Nationalhymnen zu erleben und anschließend miteinander das Spiel zu schauen.

Am Donnerstag trafen sich die zwölf Spieler um 9.30 Uhr vor dem Eingang des Stadions. Großartige Unterstützung bekamen die Spieler, Eltern und Betreuer der Gruppe durch Severine Höing, Ira Korf und Richard Codarcea von der Lebenshilfe Münster, die bei den Vorbereitungen des besonderen Erlebnisses vor Ort helfend zur Seite standen. Jeder der Spieler bekam eine komplette Ausrüstung, wie es für eine Eskorte eben so üblich ist. Neben Stutzen und Hosen, die freundlicherweise von den Verantwortlichen des TuS Hiltrup zur Verfügung gestellt wurden, durfte sich jeder noch ein ganz besonderes Kleidungsstück überstreifen: Das offizielle WM-Trikot der Fußball-Eskorte, welches neben den zwölf Blau-Weißen auch noch acht Spieler der Papst Johannes Schule trugen.

Die Aufregung, die bei vielen schon direkt nach dem Aufstehen riesig war, wuchs nun von Minute zu Minute und als sich die Gruppe dann eine halbe Stunde vor Beginn des Spiels, also um 11.00 Uhr vor den Kabinenausgang aufstellte, konnte es keiner mehr erwarten endlich auf das Feld zu laufen. Dann endlich um 11.15 Uhr kamen die Nationalspieler aus den Katakomben. Die Nordiren nahmen die Jungen des TuS Hiltrup an die Hand und die Japaner die unsrigen, oder war es doch umgekehrt? Denn die Zeit des Wartens hatte nun endlich ein Ende und so griff jeder der Kleinen schnellstmöglich die Hand "seines" Spielers. Es konnte losgehen!

Und mit den ersten Schritten Richtung Spielfeld schien die Nervosität schon verflogen. Alles lief reibungslos, gerade so, als ob die Jungs noch nie etwas anderes gemacht hätten. Nach einigen Grußworten der Vorsitzenden der Lebenshilfe Münster, Doris Langenkamp und des Oberbürgermeisters ertönte zuerst "God save the Queen" für die Nordiren. Als dann für die Japaner "Kimi Ga Yo" erklang, war der nächste Höhepunkt gekommen. Jeder der Kicker hatte seine eigene Interpretation für die Situation parat. Das Spektrum reichte von hoch andächtig, über kontrollierte Lockerheit bis hin zu leichter Müdigkeit. Letzteres regte doch einige der 4.500 Zuschauer zum Schmunzeln an. Nach der Nationalhymne sprinteten die Jungs vom Feld und die allgemeine Freude über das gerade Erlebte auf ihren Gesichtern war mehr als deutlich zu erkennen.

Als Dankeschön durften die Aaseer das WM-Trikot mit nach Hause nehmen und bekamen neben Essens- und Getränkegutscheinen auch noch eine Mütze geschenkt. Pünktlich zum ersten Tor des Spiels durch die Japaner waren dann auch alle wieder umgezogen. So verpasste keiner die entscheidenden Szenen des Spiels, welches übrigens verdient 2:1 für die Nordiren ausging. Aber das war an diesem Tag zweitrangig, denn die Jungs hatten ihr "Spiel" souverän gewonnen.

Ein Riesen-Dankeschön muss noch einmal an die großartige Unterstützung von Seiten der Lebenshilfe ausgesprochen werden. Ohne die tolle Organisation durch Eva Silberberg im Vorfeld und Zusammenarbeit vor Ort wäre das Erlebnis Fußball-Eskorte doch um einiges nervenaufreibender geworden.

Andreas Flamme

 

E1 Fußballer mit erfolgreichem Saisonauftakt

Günther-Welp-Cup gewonnen

Hannes Baukmann spielt in der B-Jugend des SV Blau-Weiß Aasee und hat als Co-Trainer schon einige Erfahrung gesammelt. Ein ganz besonderes Erlebnis war der Turniersieg der E1 bei Germania Mauritz zu Saisonbeginn: Er musste die Mannschaft allein betreuen.

Mit einem 8:7-Sieg im Elfmeterschießen nach zwei torlosen Halbzeiten gewinnt die E1 im Finale gegen GW Amelsbüren.

Trotz des Fehlens von Trainer Georg Lütke Harmölle und ohne Stammtorhüter Kevin bot die Mannschaft von Blau-Weiß, betreut von Co-Trainer Hannes Baukmann, von Anfang an guten Fußball und eine tolle Mannschaftsleistung. Nach zwei torlosen Remis (gegen Reckenfeld und Amelsbüren) und einem 2:0 Sieg (gegen Handorf) war man Gruppenerster und traf im Viertelfinale auf Drensteinfurt (3:0). Zu diesem Zeitpunkt waren die Blau-Weißen nur noch sieben, Niklas Greiner musste das Turnier vorzeitig beenden. Im Halbfinale traf BWA dann auf Gruppengegner Reckenfeld, obwohl Aasee deutlich überlegen war, wurde es am Ende noch knapp und man siegte mit 2:1.
Wegen angeheizter Diskussionen einiger Trainer vor und nach dem Viertelfinale aufgrund der nicht ganz glücklichen Turnierplanung verschob sich das Finale um fast eine Stunde nach hinten. Der strömende Regen, der schon zu Ende der Halbfinals einsetzte, durchnässte die Spieler, Trainer, Zuschauer und den Platz gleichermaßen. Bei diesen nicht mehr optimalen Bedingungen fiel, wie schon in der Partie der Vorrunde, kein Tor im Spiel gegen Amelsbüren. Im anschließenden Elfmeterschießen machten es beide Mannschaften spannend, erst nach jeweils 10 Elfmetern fiel die Entscheidung zugunsten der E1-Jugend von Blau-Weiß Aasee.

Es war ein sehr schönes Turnier bei Germania Mauritz, bei dem eine sehr gute Stimmung in der Mannschaft herrschte und bei dem es sehr gute und spannende Spiele gab. Bedanken möchte ich mich bei den vielen Eltern, die sich nicht nur bei diesem Turnier, sondern auch bei vielen anderen Spielen dazu bereit erklärten, mit Autos zu den Spielen zu fahren und Georg und mir damit einen großen Gefallen tun.
Der gewonnene Pokal wird jedem Mitglied der Mannschaft für einige Zeit anvertraut, was danach mit im geschieht, ist noch nicht entschieden.

Die siegreiche Mannschaft vom SV Blau-Weiß Aasee: Emre Gürbüzer (Tor), Nico Schiffer, Periklis Kremetis (Abwehr), Felix Kowsky, Lukas Bruckmann, Joshua Grzegorcz (Mittelfeld), Niklas Greiner, Aaron Fleischer (Sturm).

Hannes Baukmann

 

Tischtennis

Entscheidungen am grünen Tisch

In unserer Tischtennisabteilung ist immer viel los. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass hier Alt und Jung die Gemeinschaft an und neben der Platte besonders wichtig ist. Höhepunkt des Jahres war die sechste Fahrt der Spielerinnen und Spieler nach Mühlhausen, Münsters Partnerstadt in Thüringen. Trainerin Sophie Briefs gibt einen Überblick über die Ereignisse.

Ja, bei uns fallen Entscheidungen am grünen Tisch. Es ist wirklich wörtlich gemeint, nicht administrativ. Manchmal nennen wir unsere Tische auch Platten. Etwas verwirrend? Nein, wir reden von Tischtennis, gespielt an grünen Platten in der Halle der Matthias-Claudius-Schule.

Der Ball gehorcht nicht

Hier geht es am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag richtig rund. An all diesen Tagen ist für Kinder, Jugendliche und Erwachsene Training. Mittwochs und samstags fallen dann auch Entscheidungen bei den Meisterschaftsspielen. Wir alle bemühen uns, den kleinen weißen Ball zu kontrollieren und ihm unseren Willen zu vermitteln. Er hat nur 40 mm Durchmesser, aber er hat es in sich. Einige vermuten, dass er statt mit Luft mit Eigensinn gefüllt ist. Wir setzen Taktik, Technik, Konzentration, Körperbeherrschung (alles im Training geübt und erlernt) und gute Ideen ein, aber der Ball … Na ja, er gehorcht einfach nicht. (Liebe Eltern: kommt euch das bekannt vor?) Trotzdem trauen wir uns, an Meisterschaftsspielen und Turnieren teilzunehmen. Schließlich geht es unseren Gegnern ja auch nicht besser.
Unsere 1. Herrenmannschaft spielt nach dem Aufstieg jetzt in der 2. Kreisklasse. Reiner Schmalbrock, Andre Wenker, Norbert Hörst, Ralf Bragard, Günter Weygardt, Thomas Deus, Peter Giese und Sascha Focke (neu) versuchen, auch in dieser Saison wieder hoch hinaus zu kommen. Weil sie beruflich (und privat) stark beansprucht sind, klappt es mit der Teilnahme an Training nicht so häufig. Wir würden sie gern öfter sehen und als Trainingspartner begrüßen.
Die 2. Herrenmannschaft kämpft mit Alfred Kuhlenbäumer, Johannes Hörst, Rene Fritsch (ist zu uns gewechselt von Blau-Weiß-Mühlhausen), Viktor Rech (Nachwuchs aus unserer Jugend), Gustav Heinrich, Rudolf Großmann, Christian Bleiming, Antonio Ninfa, Carsten Großmann, Horst Deters, Wolf Aulich, Sophie Briefs und Dieter Kramer darum, die obere Hälfte der Tabelle zu erreichen.
Unsere Jugendmannschaft hat es in dieser Saison schwer, da Viktor zu den Herren gewechselt ist. Aber Lukas Dietz, Julian Bragard, Axel Hoffmann, Tobias Linsen, und Jan-Eric Dippel haben den Ehrgeiz, einen guten Mittelfeldplatz zu erreichen.
Die A-Schüler mit Ansgar Engbert, Sebastian Bruland (leider auch Fußballer), Malte Fleischer, Nadine Krause, Lukas Hahn und Philipp Bredohl geben alles, um in die obere Tabellenhälfte zu kommen.
Für diese Saison haben sich die B-Schüler mit German Skliarski, Luca Ahlers, Marvin Kösters, Kevin Albers und Daniel Dorscht vorgenommen, in der Tabelle zu den ersten Dreien zu gehören. Vielleicht können schon bald auch Keno Moenck und Marius Beelmann helfen, dieses Ziel zu erreichen.
Wir wünschen allen 5 Mannschaften, dass sie neben Erfolg auch Freude am Spiel und an der Gemeinschaft haben.
Ihre Einsatzbereitschaft beweisen für jeden Samstag immer wieder die Mannschaftsführer (Jugend - Jan-Lukas Dietz, Schüler A - Ansgar Engbert, Schüler C - German Skliarski). Sie übernehmen die Verantwortung dafür, dass ihre jeweilige Mannschaft vollzählig (wenn nötig mit Ersatz aus der unteren Mannschaft) antreten kann. Leute, das macht ihr prima und ich kann mich absolut auf euch verlassen!
Ein dickes Dankeschön auch an die Eltern, die abwechselnd die Fahrten zu den Auswärtsspielen übernehmen oder auch in unserer Halle als "Anker" zur Verfügung stehen.

Fahrt nach Mühlhausen/Thüringen

In diesem Jahr waren wir zum 6. Mal in unserer Partnerstadt Mühlhausen, um vom 9.-11. Juni unsere Tischtennisfreunde zu besuchen. Da auch der Start der Fußball-WM mit deutscher Beteiligung auf diesen Termin fiel, waren besondere organisatorische Übungen (wo steht eine Video-Leinwand) nötig, um allen gerecht zu werden.
Wir haben in Bungalows auf dem Campingplatz "Am Schwanenteich" übernachtet (spartanisch), und haben am Samstag das von Herrn Genzel organisierte TT-Turnier in der Turnhalle der Berufsbildenden Schule im Ortsteil Görmar gespielt. Danach war noch aktives Fußballspiel angesagt und gemeinsames Grillen. Bei strahlendem Sonnenschein war die Stimmung oberprima. Unter Freunden zu sein ist einfach "heimelig".
Mit Sonnenbaden am Schwanenteich (das Wasser war noch lausig kalt) klang der Tag geruhsam aus.
Sonntag haben wir den Baumkronenpfad in Nationalpark Hainich besucht. Leute, das war ein Erlebnis! Seid ihr schon einmal auf Baumkronenhöhe herumspaziert und habt von oben gesehen, wie Bäume schaukeln oder Vögel fliegen? Wir haben das hier erlebt. Am späten Nachmittag sind wir wieder in Münster eingetroffen.

Ranglisten-Turniere
Viktor Rech und Luca Ahlers haben dafür gesorgt, dass der Verein Blau-Weiß-Aasee außer auf den Kreisendranglisten auch auf den Bezirksranglisten auftauchte. Luca sogar auf der Bezirksendrangliste. Sein stolzes Ergebnis: 5. Platz!
Wir waren auch bei den Kreismeisterschaften Anfang September vertreten und Luca und Jan-Lukas haben sich sogar für die Bezirksmeisterschaften Mitte Oktober qualifiziert.
Als nächstes stehen die Vereinsmeisterschaften für Damen und Herren am Sonntag, 19.11.06, an. Hier werden dann die Erwachsenen in gewohnt gemütlicher Atmosphäre ihren Meister ermitteln.
Für die Kinder steht am 3. Adventssonntag (17.12.) wieder Kegeln im Sport-Center Borkstraße auf dem Programm.
Dass bei uns so viel los ist, liegt an allen aktiven Spielern und Spielerinnen. Nicht nur an denen, die mit ihrer Mannschaft an Meisterschaftsspielen teilnehmen, sondern auch an denen, die aus Interesse am Sport, Freude an der Gemeinschaft und um fit zu bleiben, am Training teilnehmen.

Ich hoffe, dass alle noch lange sagen können: hier fühlen wir uns wohl!

Sophie Briefs