Der Aaseher Winter 2008/2009
Der Aaseher Winter 2008/2009 - Ausgewählte Beiträge


Die unendliche Geschichte
Sportanlage Aaseestadt

Auszeichnung durch SC Preußen
Carsten Gockel im Interview

Herr Gerstner verlässt das Feld
Nach 25 Jahren ist Schluss

Mit neuem Pony ins Gelände
Sergeant verabschiedet


Sportanlage Aaseestadt

Die unendliche Geschichte

Wie seit vielen Jahren üblich, informiert der 2. Vorsitzende Rolf Gerlach über den Stand der Dinge bei der Umgestaltung des Sportplatzes Aaseestadt zu einer familienfreundlichen Anlage, die schon längst abgeschlossen sein sollte.

Jetzt gehts endlich los. Denkste! Mitten in die Vorbereitungen für unser geplantes Fest zur Eröffnung der neuen Sportanlage Aaseestadt platzte die Nachricht, dass die Arbeiten an den beiden Kunstrasenplätzen eingestellt wurden. Es hieß, technische Probleme seien aufgetreten. Ein Schock für alle Beteiligten.

Knapp zwei Wochen vor der Eröffnungsfeier teilte die Stadt Münster dann offiziell mit, dass die ursprünglich für den 6. September geplante Eröffnung abgesagt wird. Wochenlang hatte die von Blau-Weiß Aasee eingesetzte Arbeitsgruppe daran gearbeitet, ein zweitägiges schönes Vereinsfest auf die Beine zu bringen. Geplant waren u.a. Turniere, zahlreiche Stände befreundeter Kooperationspartner, Vorführungen vereinseigener Gruppen, Ponyreiten, Darbietungen unserer Kampfsportabteilungen, Tanzaufführungen usw. Nicht zuletzt sollte am Samstag Abend ein große Eröffnungsparty stattfinden. Alle Planungen waren nun für die Katz. Es war schon ganz schön enttäuschend.

Was war geschehen?
Bei den von der Stadt Münster als Bauherrin regelmäßig durchgeführten Abnahmen der einzelnen Bauabschnitte wurden Unregelmäßigkeiten bei der Elastiktragschicht festgestellt. Das ist die Schicht, auf der der Kunstrasenbelag verklebt wird. Die Arbeiten an den beiden Kunstrasenplätzen wurden daher eingestellt. Alle anderen Arbeiten an der Sportanlage wurden weitergeführt und sind mittlerweile abgeschlossen. Um nun zu prüfen, ob die aufgetragene Elastiktragschicht den vorgeschriebenen DIN-Normen entspricht, wurden Proben entnommen und einem Gutachter zur Begutachtung übergeben. Der Gutachter musste die Proben auch an andere Prüflabore weitergeben, um verschiedene chemische Untersuchengen durchführen zu lassen. Diese chemischen Prüfungen dauern recht lange. Nach Auskunft der Stadt Münster soll ein endgültiges Ergebnis der Materialprüfung in der 45. Kalenderwoche, also um den 5. November 2008 herum, vorliegen.

Die nicht rechtzeitige Fertigstellung der neuen Sportanlage ist für unseren Verein mit gravierenden Nachteilen verbunden.

• Alle unsere Fußballmannschaften müssen nunmehr wieder auf der Sentruper Höhe spielen und trainieren. Der Platz dort, insbesondere im Trainingsbetrieb, ist doch manchmal recht eingeschränkt. Gerade für unsere neuen Angebote, z.B. Mädchenfußball, gab es dort kaum Trainingsmöglichkeiten.
• Es macht sich Unmut in den Mannschaften breit. Viele Spieler sind gekommen und auch geblieben, um auf dem neuen Platz zu spielen und nicht wieder auf Asche auf der Sentruper Höhe. Sie erwarten endlich bessere Trainingsbedingungen.
• Jetzt nach über einem halben Jahr ausschließlich Trainings- und Spielbetrieb auf der Sentruper Höhe zeigt sich eine gewisse Entfremdung vorwiegend der jüngeren Spieler zu unserem Vereinshaus. Man spielt und trainiert auf der Sentruper Höhe, geht dann nach Hause und das wars. Das uns bisher so wohl bekannte Vereinsleben sah anders aus.
• Es sind aber auch klare negative wirtschaftliche Folgen, die sich zeigen. Neben einigen Kosten durch die abgesagte Eröffnungsfeier spürt vor allem unser Bistro deutlich die mangelnde Präsenz der Fußballer am Aaseesportplatz. Der Einnahmeverlust ist gravierend.
 
Wie geht es denn nun weiter?
Stellt sich heraus, dass das Material der aufgetragenen Elastiktragschicht sich innerhalb der vorgeschriebenen DIN-Normen bewegt, kann sofort am Kunstrasenplatz weiter gebaut werden.

Werden bei der Begutachtung gravierende Mängel aufgedeckt, muss die Elastiktragschicht entfernt und neu aufgetragen werden. Die Stadt Münster hat zugesagt, dass dies schnellstens geschehen soll. Der Kunstrasenbelag kann allerdings nur verklebt werden, wenn das Wetter trocken und es annähernd 15 Grad Celsius warm ist. Ansonsten kann der Kleber und das in den Kunstrasen einzuarbeitende Granulat nicht fachgerecht verarbeitet werden. Es wird also auch vom Wetter abhängig sein, wie schnell der Kunstrasen dann bespielbar sein wird. Hoffen wir also auf einen milden Winter.

Sicherlich können wir das Wetter nicht beeinflussen. Aber alle Beteiligten können dafür sorgen, dass alles daran getan wird, dass die Sportanlage schnellstens fertig gestellt wird. Wir dürfen nicht noch mehr darunter leiden, dass hier offensichtlich gravierende Fehler gemacht worden sind. Gerade wenn sich bewahrheitet, dass die aufgetragenen Elastiktragschicht nicht DIN-gerecht ausgeführt wurde, muss die Stadt Münster und die Politik dafür sorgen, dass unverzüglich diese abgetragen und neu verlegt wird. Eine weitere Verzögerung ist nicht akzeptabel. Hier sind die Verantwortlichen des Bauvorhabens unseren Vereinsmitgliedern und den Bürgern der Aaseestadt gegenüber in der Pflicht.

Stillstand auf der Baustelle? Im Moment leider ja. Aber hoffentlich nicht mehr lange. Klar haben auch wir als Verein ein großes Interesse daran, dass bei uns eine Sportstätte entsteht, die zukunftsfähig und ohne Belastungen ist. Langsam reicht es allerdings. Wir haben das Warten so satt!

Rolf Gerlach

Carsten Gockel im Interview

Auszeichnung durch SC Preußen

Vor dem Spiel des SC Preußen Münster gegen den SC Verl wurde der SV Blau-Weiß Aasee neben sechs weiteren Sportvereinen im Rahmen der Kampagne "Besser durch Vielfalt" ausgezeichnet. Teammanager Carsten Gockel erläutert im Interview die Hintergründe.

Der SC Preußen Münster hat insgesamt sieben Münsteraner Sportvereine im Rahmen der Kampagne "Besser durch Vielfalt" ausgezeichnet, darunter den SV Blau-Weiß Aasee. Was waren Hintergrund und Ziele der Aktion?
"Besser durch Vielfalt" ist eine Aktion des SC Preußen 06 e.V. Münster im Rahmen des Bundesprojektes "Vielfalt tut gut", an dem wir seit Beginn des Jahres für Münster aktiv mitarbeiten. Die Kampagne soll alle Münsteraner Sportvereine auffordern, Ihr Engagement im Bereich der Jugendarbeit für Toleranz, Respekt und "Fair play" aufzuzeigen und bekannt zu machen. Wir möchten mit "Besser durch Vielfalt" erreichen, dass die lokalen Sportvereine sich mit uns solidarisch erklären gegen Diskriminierung und Intoleranz zeigen.

Der Aaseher: Welche Vereine wurden ausgezeichnet und was haben diese Vereine getan, um den Zielen der Kampagne gerecht zu werden?
Carsten Gockel: Insgesamt wurden sieben Vereine ausgezeichnet, die in besonderer Weise ihre Aktivitäten im Bereich der Integration, des Teamgeistes und des "Fair plays" aufzeigen konnten. Einige von Ihnen haben ein entsprechendes Leitbild entwickelt, andere wiederum einen "Ehrenkodex" erarbeitet. Das Engagement ist sehr vielfältig und wir freuen uns.

Wird sich Ihrer Meinung nach durch diese Kampagne der Münsteraner Sport auf Dauer ändern?

Das wäre schön, wenn wir es mit nur der Kampagne allein schaffen würden. Ich denke, wir haben damit einen ersten Meilenstein gesetzt, aber damit diese Themen langfristig und nachhaltig wirken, müssen wir weiter "am Ball bleiben" und hoffen, dass sich noch mehr Vereine dafür einsetzen.

Die Kampagne "Besser durch Vielfalt" ist eines der Resultate einer Tagung vom 8. März, die im Rahmen der Initiative "Vielfalt tut gut" des SC Preußen Münster abgehalten worden ist. Warum hat der SC Preußen diese Initiative ins Leben gerufen?
Wir sehen uns in der Verantwortung als Vorbild in Münster voran zu gehen. Nicht nur im Fußball, sondern auch im sozialen und mitmenschlichen Bereich. Das Projekt "Vielfalt tut gut!" gibt uns die Möglichkeit unsere Aktivitäten weiter auszubauen und Kontakte zu anderen Playern z.B. den lokalen Sportvereinen, dem Jugendamt, der Polizei und der gemeinnützigen Jugendhilfe zu knüpfen. Die Idee ist es ein Netzwerk zu installieren, was auch ohne "Vielfalt tu gut" weiter besteht und sich regelmäßig austauscht.

Welche weiteren Resultate hatte die Konferenz vom 8. März? Sind weitere Aktionen geplant?

Die Ergebnisse unserer Fachtagung waren sehr vielseitig. Wir haben viel Wert darauf gelegt, dass auch im Nachgang die Ansätze in Begleitung unserer Moderatoren umgesetzt wurden. So wurde z.B. in den Vereinen die Themenbereiche Mobbing und interkulturelle Zusammenarbeit besprochen und Lösungsansätze konkret umgesetzt. Viele Teilnehmer haben im Anschluss an den 08.März gemeinsam mit den Vereinen einen "Kodex für Respekt und Fair play" entwickelt. Das ist schon ein kleiner Anfang, aber so eine Aktion muss auch erst einmal bekannt werden, sich in den Köpfen festsetzen und Akzeptanz finden. Für das erstes Projektjahr sind wir zufrieden und haben mit der Kampagne "Besser durch Vielfalt" noch einen wichtigen Akzent gesetzt. Jetzt hoffen wir auf eine Verlängerung von "Vielfalt tut gut" im kommenden Jahr. Wenn uns dies gelingt, haben wir noch eine Menge vor.

Wie beurteilen Sie die Sportstadt Münster im nationalen Vergleich?

Wir haben in Bezug auf die kommunale Sportentwicklungsplanung erst jüngst im Stadtforum die Perspektiven für die Stadt Münster durch die umfangreiche Studie des Prof. Dr. Horst Hübner (Bergische Universität Wuppertal) aufgezeigt bekommen. Danach ist klar: 90% der Münsteranerinnen und Münsteraner treiben regelmäßig Sport (innerhalb und außerhalb von Vereinen). Münster ist im Sport - auch im nationalen Vergleich - herausragend. Dies gilt es zu stabilisieren und weiter zu entwickeln.

Welche Veränderungen wünschen Sie sich für den Sport in Münster und welche ganz speziell für den SC Preußen?

Der Sport sollte auch in Münster als das wahrgenommen werden, was er auch anderswo ist: Ein großer Integrationsfaktor und Identifikationsmotor für die Stadt. Jeder Sportverein in Münster übernimmt einen wichtigen Teil sozialer Verantwortung für die Stadtgesellschaft. Gute Standortbedingungen für eine überwiegend sportreibende Bevölkerung (s.o.) kommen daher der Lebensqualität aller Bürger der Stadt zu Gute.
Beim SC Preußen 06 e.V. Münster vollziehen wir durch die Sanierungsmaßnahmen im Preußenstadion zur Zeit gemeinsam mit der Stadt einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Standortsicherung für den Leistungssport. Ich würde mir wünschen, dass wir damit sportlich und infrastrukturell weiter wachsen.

Die Auszeichnungen "Besser durch Vielfalt" wurden vor dem Spiel gegen den SC Verl überreicht, der dann drei Punkte aus Münster mit nach Hause nahm. Wo wird der SC Preußen am Ende der Saison stehen?
Ich hoffe, dass wir am Ende der Saison auf Platz eins stehen werden.


Nach 25 Jahren ist Schluss

Herr Gerstner verlässt das Feld

Kaum vorstellbar ist die Hammer Straße und der Sport in Münster ohne das Sportgeschäft Gerstner. Doch nun geht der Geschäftsgründer Bernd Gerstner in den wohlverdienten Ruhestand. Zum Jahreswechsel übergibt er den Laden an den Schalker Fußballprofi Christian Pander.

Mit Bernd Gerstner geht ein langjähriger Partner des SV Blau-Weiß Aasee in den Ruhestand. Vor einem Vierteljahrhundert eröffnete er das Geschäft an der Hammer Straße 114 und machte sich bald einen Namen als Spezialist für Teamsportler in Münster. Ob Fuß-, Hand- oder Volleyballer, alle schätzen die individuelle und kompetente Beratung von Sportler zu Sportler. Denn bevor Bernd Gerstner mit Sportartikeln handelte, war der gebürtige Leverkusener Fußballprofi und spielte für den TSV 1860 München Ende der sechziger Jahre in der Bundesliga. Andere Stationen seiner Karriere waren der Lüner SV, der SC Preußen Münster sowie der KSV Hessen Kassel.

Angesprochen auf besondere Augenblicke in seiner Fußballerkarriere fällt Bernd Gerstner gleich das Endspiel um den Länderpokal Anfang der sechziger Jahre ein, als die Auswahl vom Mittelrhein mit dem Leverkusener Gerstner in Köln auf das Team aus Hessen traf: "Wir haben 4:1 gewonnen und drei Tore von mir waren dabei. Da kommt ein neuer Uwe Seeler, soll Ernst Huberty im Fernsehen gesagt haben, das die zweite Halbzeit übertrug." Nach diesem Spiel holte ihn der SC Preußen nach Münster. "Dabei hatte ich Borussia Mönchengladbach schon zugesagt", erinnert sich Gerstner. Ein Highlight waren auch die Spiele im Messepokal mit 1860 München, zum Beispiel in Barcelona, Oslo, Wien und Warschau. "Auch wenn ich damals eher auf der Bank gesessen habe, aber diese Spiele habe ich fast alle bestritten," freut sich Gerstner noch immer. Und Reisen war zu dieser Zeit ohnehin noch etwas ganz besonderes.

Pläne für den Ruhestand hat er bisher nicht. Im Moment nimmt ihn das Geschäft zu sehr ein. "Viele haben schon gefragt, ob ich Golf spiele oder eine Jugendmannschaft trainiere, aber ich weiß es einfach nicht."

Zum 1. Januar 2009 übernimmt nun der Schalker Fußballprofi Christian Pander das Geschäft. Und dies ist nicht wirklich überraschend. Schließlich ist Pander Münsteraner, begann seine Karriere beim SC Nienberge und kaufte seine ersten Fußballschuhe natürlich bei Sport Gerstner. Selbstverständlich wird Pander selber in den nächsten Jahren noch viel mehr auf dem Fußballfeld als hinter dem Verkaufstresen zu sehen sein. Das kann er sich auch leisten, schließlich wird Bernd Gerstner ihm noch eine Zeit beratend zur Seite stehen.
Björn Wagner

 

Sergeant verabschiedet

Mit neuem Pony ins Gelände

Reiten gehört seit einiger Zeit schon zum Angebot des SV Blau-Weiß Aasee. Jetzt wurden die Ponys gewechselt und Reitlehrerin Susanne Maetzke (Trainerin C/FN) absolvierte auch die Lizenz beim DSB.

Die Ponys in der Kaserne an der Roxler Straße waren leider im August wieder nach England zurück gekehrt. Die Kinder, denen die galoppierfreudige Sandy und der faule, freche Stanley ans Herz gewachsen waren, hatten sich nach Indianer Art mit ins Ohr geflüsterten kleinen Liebeserklärungen von ihren vierbeinigen Freunden verabschiedet.
Auch Olly, der Sergeant mit den zahmen Hühnern, der in den letzten zwei Jahren mit viel Arbeit den Oxford Saddle Club in einen immer schöneren Reitstall verwandelt hatte, war mit einem Abschiedsessen auf der Terrasse des Bistros im Multifunktionshaus verabschiedet worden.

Jetzt konnte Neues mit dem Welsh A Pony "Monastira of Arabia" beginnen. So startete seit August 2008 Monastira, der Rolls Royce unter den Robustpferden, mit den Kindern von SV Blau-Weiß Aasee im Gelände von Albachten-Süd durch.

Gleich nach den Schulferien ging es im Galopp (an der Longe) über die Stoppelfelder. Dann kamen die langen dicken Maisstoppelfelder, die mit kleinen Sprüngen genommen wurden oder die Schlammsprünge in den sumpfigen Wiesen und die Wellen und Gräben. Monastira sprang alles, was die Kinder mit herausgestrecktem Entenpo (auch Entlastungssitz genannt) auf der Gurtdecke mitmachten. Das Gelände war vielfältig und bot immer wieder neue Überraschungen: Sei es das Slalom-Reiten durch kleine Wälder oder die Naturrennbahn zwischen Rapsfeld und Schlehenhecke.
Die erfahreneren Reiter-Kinder trauten sich inzwischen schon, alleine auf der Rennbahn-Acker-Furche zu traben und zu galoppieren. Auf diesem schnellen Pferd war das eine Herausforderung und tolle Leistung.

Eigentlich war der Kurs auch für besinnliche klene Naturphilosophen gedacht gewesen. Es blieb gerade einmal Zeit, den Greifvögeln am blauen Himmel hinterher zu schauen. Doch trotz allem Abenteuer, die funktionale Gymnastik mit Theraband und Flexibarstab, die Übungen zur Koordination mit Bällen und die präzise reiterliche Sitzschulung und Hilfengebung wurde nicht vergessen. Wie könnte man sonst auch dieses Pony bändigen.

Susanne Maetzke