Der Aaseher Oktober 1990
Der Aaseher Oktober 1990 - Ausgewählte Beiträge


Der Mann, der Steve Moneghetti hetzte
  Marathon

Im Wortlaut
  Unsere Stellungnahme zum „Wert“ des Feldhauses

„… nimm doch mal die Mütze ab!“
  Das Spiel danach oder die Story vom Ball, der immer weiterfliegt

Die herrlichste Nebensache der Welt
  Jugendfußball


Marathon

Der Mann, der Steve Moneghetti hetzte

25000 Läufer aus aller Welt starteten beim Lauf durch das Brandenburger Tor.

Das Berliner Laufspektakel, am 30. September 1990, wurde seinem Ruf als rittgrößter Marathon der Welt gerecht.
In neuer Jahresweltbestzeit von 2:08:16 Std. wurde der Australier Steve Moneghetti auf dem Kurfürstendamm der gefeierte Sieger des historischen Berlin Marathons. Doch wie kommt ein bei uns relativ unbekannter junger Mann zu dieser geschichtsträchtigen Zeit über die 42,195 Kilometer?

Die phantastischen Zuschauer, die ihn frenetisch anfeuerten, das gute Wetter, der historische Augenblick, das gute Teilnehmerfeld, und ein Mann, Thomas Conradi, der ihn gnadenlos bis zum Umfallen hetzte, waren die Garanten seines Erfolges.
Beim Durchlaufen des Brandenburger Tores, etwa 3200 m nach dem Start, berichtete uns Thomas Conradi – unser Mann –, hätte er eine eigentümlich Rührung und eine Gänsehaut verspürt. Und von da an gab es kein Halten mehr für ihn.
Doch wer ist Thomas Conradi? Die Kenner der Fußballszene kennen ihn als spritzigen Stürmer a la Frank Mill, der 1. Fußballmannschaft von BW Aasee. Nachdem diese Mannschaft in der letzten Saison aufgestiegen ist, riskierte Thomas alles; in sportlicher, privater und beruflicher Hinsicht.
Im letzten Jahr lief er die Strecke in sagenhaften 3:12:00 Std., die diesjährige Zeit sollte unter der kritischen 3-Stunden-Marke liegen. Zwölf Wochen hat er sich intensiv vorbereitet. Sechs tage in der Woche ist er nach der Arbeit, um 22.00 Uhr, mindestens 10 km um den Aasee gelaufen. Marta, seine Freundin, hatte viel Verständnis für die Passionen ihres Thomas. Seine süße Tochter, die ihren Vater kaum noch sah, nahm sich ihn als Vorbild und krabbelt nun – viel zu früh.
Thomas verzichtete sogar auf seinen Stammplatz in der 1. Mannschaft. Sechs Tage vor seinem großen Rennen machte er eine Diät. Die ersten Tag durfte er keine Kohlehydrate essen, die nächsten drei Tage waren vollgestopft mit Kohlehydraten, um die Energiespeicher aufzuladen.

Pünktlich um 9.00 Uhr, am 30. September 1990, ging es an den Start. Ein Tag, den er nie vergessen wird, wie er uns sagte. Im Aufstiegstrikot von BW-Aasee, natürlich ohne Rückennummer, Schuhe von „no name“, Ringelsocken von BWA und einer Emil-Zatopek-Gedächtnishose, trat er an.

Der Startschuß fiel, angefeuert durch den Oberbürgermeister von Berlin, Momper, hetzte Thomas Steve. Doch … er mußte dem hohen Tempo Tribut zollen. Nach 33 km lief er ohne Vorwarnung in die „Mauer“, wie erfahrene Marathonläufer zu sagen pflegen. Nicht die Berliner Mauer, die gibts kaum noch. Vor die imaginäre, wo das Leben nur noch Leiden ist. Es ist ein Gefühl, als wenn man urplötzlich von einem nassen Handtuch eine ins Gesicht geklatscht bekommt. Rien ne va plus – nichts geht mehr. Er torkelte, litt und kämpfte sich zum Ziel. In einer für ihn enttäuschenden Zeit von 3:16:07 Std., schlechter als im Vorjahr. Wieder zu Bewußtsein gekommen, war es für ihn ein großartiges Erlebnis. Thomas wird in die Chroniken von BW Aasee als der Mann eingehen, der Steve Moneghetti zum Sieg hetzte.
Jetzt spielt Thomas sogar mit dem Gedanken, seine Erfahrung in eine Marathon-Abteilung von BW Aasee zu investieren.

Trainingszeiten voraussichtlich Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils von 22.00-24.00 Uhr am Aasee.

Siggi Wochnik

Im Wortlaut

Unsere Stellungnahme zum „Wert“ des Feldhauses;
verschickt an alle Parteien, Bezirksvertretungen … im Wortlaut

Erhalt des Feldhauses an den Sportstätten Aaseestadt, Bonhoefferstraße.

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der Sportverein Blau-Weiß-Aasee e.V. Münster hat vor zwei Jahren von der Stadt Münster, Schulamt, einen Raum im Feldhaus zu Nutzung erhalten. Unsere Darlegungen über Bedarf und auch Notwendigkeit eines solchen Raumes wurde damit entsprochen. Diese Entscheidung nahmen wir seinerzeit mit Erleichterung zur Kenntnis. Erstmals konnten wir, ohne auf kommerzielle Interessen und Öffnungszeiten von Gaststätten angewiesen zu sein, frei (in den durch die Schulordnung festgelegten Grenzen) über einen Aufenthalts- und Kommunikationsraum verfügen, der gerade unseren jüngsten Mitgliedern, den Kindern und Jugendlichen so lange gefehlt hat.
Entsprechend vielfältig wurde der Raum und die Rasenfläche zwischen Feldhaus und Sportplatz genutzt. Unsere Jugendabteilungen verbringen dort besonders nach dem Training oder Spiel einen Teil ihrer Freizeit; darüberhinaus existieren allgemeine Öffnungszeiten für die Kinder und Jugendlichen der Aaseestadt, in denen unser Angestellter (im Rahmen des Programms „Arbeit statt Sozialhilfe“) oder ehrenamtliche Jugendbetreuer als Ansprechpartner oder Mitspieler zur Verfügung stehen.
Eben durch diesen Raum konnte unser kleiner Verein seine Aktivitäten ausdehnen und die deutliche Aufwärtsentwicklung der Mitgliederzahl zeigt, daß ein recht großer Bedarf an Angeboten von Sport und Freizeit im Bereich der Aaseestadt, und das selbstverständlich nicht nur für Kinder und Jugendliche, vorhanden ist. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf die Berichterstattung der MZ und WN, die dieser positiven Entwicklung Rechnung trug.
Um Ihnen einen kleinen Einblick in die Varianten der Nutzung zu geben, zählen wir stichwortartig einiges auf: Es gibt Spielnachmittage für Kinder, Kindertanz, Mannschaftsbesprechungen, Abteilungs- und Vereinsfeste, Flamenco-Tänzerinnen oder sogar kleine Zeltlager (z.B. mit Klassen der Matthias-Claudius-Schule); eine Vorlesungsreihe zu aktuellen Themen ist in Planung.
In diesem Zusammenhang können Sie erkennen, daß wir uns nicht als ein Verein verstehen, der Angebote nur an seine Mitglieder macht. Es gibt außersportliche Aktivitäten, aber auch eine Vielzahl von Breitensportgruppen, die allen Interessierten offen stehen, ohne daß eine Mitgliedschaft erforderlich ist (z.B. Ballspiele für Kinder, freie Fußballgruppen, offene Gymnastikgruppen mit speziellen Fitnessprogrammen).
Mittlerweile können wir uns unser „Vereinsleben“ ohne diesen Treffpunkt kaum mehr vorstellen. Ein Abriß – ein Ersatz ist nicht in Sicht – würde mühsam geschaffene Strukturen zerstören, die Arbeit unserer Jugendbetreuer in Frage stellen und eine durchweg positive Gesamtentwicklung des Vereins beeinträchtigen, wenn nicht sogar beenden.

Der Verein Blau-Weiß-Aasee ist auf die Nutzung dieses Raumes angewiesen. Da eine Renovierung des Feldhauses möglich ist, sind wir der Ansicht, daß es geboten ist, das Feldhaus zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen
Hugo Domin


Das Spiel danach oder die Story vom Ball, der immer weiterfliegt

„… nimm doch mal die Mütze ab!“

Wer erinnert sich nicht mehr an die Szene im entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die Kreisliga B: Ecke – Kopfball – Tor – Aufstieg.
Nachher mußte Markus Schröder zum soundsovielten Male die Entstehung des Tores erzählen, die Stelle, wo der Kopf den Ball oder auch der Ball den Kopf traf, zeigen. Eine Zuhörerschaft innerhalb der Mannschaft war ihm immer gewiß. Außenstehende stehen diesen Gesprächen meist nur verständnislos gegenüber. „Die holen sich auf ihr Spiel noch einen runter“ oder ähnlich werden sie wohl denken. Um auch diesen Unwissenden zu erklären, was hier vor sich geht, muß man sich die Spielszene noch einmal vor Augen führen. Der Torschütze sieht, wie die Ecke getreten wird, der Ball segelt durch die Luft, nun kommt sein Einsatz: Für den Bruchteil einer Sekunde berührt der Kopf den Ball und ändert dessen Richtung: Der Ball findet den Weg ins Tor. Jubel. Dies alles geschieht in höchstens drei Sekunden.
Die körperliche Verfassung ist geprägt von Kraft und Atemlosigkeit. Ein extrem kurzer Zeitraum und ein körperlicher Zustand, der es den Spielern nicht möglich macht, den Ablauf zu genießen.
Und hier setzen die Erzählungen ein. Durch detaillierte Beschreibung des Geschehens wird alles noch einmal durchlebt, erst hier werden die Bewegungen erfahrbar. Erst in der Erzählung entsteht der Genuß (Gleiches gilt für Beinschüsse beim Training). Kleine Abweichungen vom tatsächlichen Hergang sind nicht tragisch, sind eher wünschenswert, entsteht durch die Einbringung der Wunschvorstellung doch eine Idealform, die den Genuß noch steigert. Diese Erzählungen haben gegenüber der realen Spielszene einen weiteren Vorteil. Sie sind jederzeit abrufbar und sie wiederholen, was in der Realität fast nie gelingt. Somit sind die Erzählungen natürlich eine Art Selbstbefriedigung, aber Fußball soll ja auch Spaß machen.

Die Geschichten werden aber nicht nur des Spaßes wegen erzählt. An der Spielsituation sind meistens nur zwei bis drei Spieler beteiligt, die anderen schauen zu. Später sitzt man dann gemeinsam im „Raum“, hört sich die Erzählungen an, liefert eigene Interpretationen und steht voll im Geschehen. Hier kann jeder die Situation noch einmal durchspielen und erleben, Aktionen einzelner werden so zum Erlebnis aller. Mit Hilfe des einen oder anderen Bieres findet hier die Integration ins Spielgeschehen statt, hier bildet sich die kollektive Gemeinschaft, hier wird Fußball zum Mannschaftsspiel. Ein Spiel dauert eben doch länger als 90 Minuten. Eine Erkenntnis, die den „Spielerfrauen“ noch nahegebracht werden muß. Überspitzt könnte man sogar sagen: das wirklich lustvolle Spiel, an dem alle beteiligt sind, findet nach dem Schlußpfiff statt.

Deshalb: „Markus, nimm doch mal die Mütze ab.“

Andreas Bendel

Jugendfußball

Die herrlichste Nebensache der Welt

Der Abstieg der 1. Seniorenmannschaft aus der Kreisliga A lag ein Jahr zurück und erneut kämpfte das Team gegen den Abstieg. Erfolgreich zwar, doch es sollten bessere Jahre mit wesentlich jüngeren Spielern folgen. Was lag näher, als auf die Jugend zu setzen.
Findige Vorstandsköpfe wollten die fehlende Jugendarbeit im Verein wiederbeleben, und zwar von Grund auf. Ein Rundschreiben an alle Fußballer erreichte auch mich.
Nach einigem Überlegen sah ich mich in die Pflicht genommen und wurde – ja was – Trainer, „Fußballvater“, Übungsleiter, Kumpel, am Spielfeldrand stehender Schreihals und manchmal auch der Pausenclown von 6-8 Jungen im Alter von 4-7 Jahren.

„Männer“ der ersten Stunde als F-Spieler bei Blau-Weiß Aasee waren Nils Garske, Boris Jurcic, Tobias und Fabian Köppe, Benjamin K[unleserlich], Stefan Meusel, Sebastian Narkun, Dennis Soldo sowie Karsten Brennecke. Erwartungsgemäß gab es im ersten Jahr der F-Jugend viele Niederlagen, aber gegen Ende der Saison errangen die Aasee-Bambinis einige Siege, so daß ein Platz im unteren Mittelfeld belegt wurde.
In der ersten Hallen-Winterrunde erlitten die Jungs vom Aasee einige deftige Niederlagen, z.B. gegen die im Schnitt ein Jahr älteren Spieler aus Rinkerode. Aber auch hier langte es zu Punktgewinnen, und Siege brachten erste Erfolgserlebnisse, ohne die auch ein Bambini nicht leben kann. „We are the champions“, tönte es lauthals aus der Kabine, als seien sie gerade Weltmeister geworden.
Nicht zu vergessen sind liebenswerte Randerscheinungen: Der damalige Torwart Fabian liebte Chips und aß sie vorzugsweise während des Spiels. Daß dabei Bälle in seinem Tor landeten, blieb nur ein Schönheitsfehler. Wenn der kleine Jerome an der Hand zum Spielfeld geführt wurde, die Fußballschuhe von fast allen zu schnüren waren, Tobias etwa 20-100 mal seine Brille vergaß oder Benjamin sich nicht nur in der Halbzeit, sondern auch während des Spiels an Großmutters Würstchen labte, oder der Trainer beim Warmmachspielchen in Havixbeck im Matsch landete, all das sind Begleiterscheinungen, die den Fußball als „herrlichste“ Nebensache der Welt erscheinen lassen. Apropos „herrlich“. Einen Aufstand gab es, als ein paar Mal Mädchen zum Training erschienen. Die F-Jugend-Männer wollten unter sich bleiben und legten stets, wenn es gegen Teams mit Mädchen ging, besonderen Ehrgeiz an den Tag. Manchmal nutzte dieser Ehrgeiz freilich nichts, denn wie man weiß, spielen Frauen auch gut Fußball.

Im ersten Jahr war die Unterstützung seitens der Eltern noch groß, doch wurde sie im Laufe der Zeit immer geringer. Die Hilfestellungen seitens des Vereins waren grundsätzlich immer da, egal, ob es um Trikots oder Bälle ging. Aber: Die materielle Unterstützung war die eine Seite, die ideelle eine zweite. Zuviel blieb vor allem am Jugendobmann Klaus Ehling hängen und einigen Eltern, die wie Ulrike Köppe, Ante Jurcic und später Sabine Hülsmann immer bereit waren, den BW-Aasee-Jungs zu helfen.
Erfolge, wie bei einem Turnier in Everswinkel, leiten das gute zweite F-Jugend-Jahr ein, das allerdings mit einem Wermutstropfen begann. Eine E-Jugend konnte in der Saison 1988/89 nicht gebildet werden. BW Aasee mußte drei Spieler ziehen lassen. Die Abgänge wurden aufgefangen und unter dem Aspekt des mannschaftlichen und freundschaftlichen Umgangs mehr als das: Der Zusammenhalt des sich im wesentlichen aus einem Klassenverband bildenden Spielerstammes wuchs. Neuzugänge wie Stefan Hülsmann, der vorher schon mal aushalf, und Marco Malewski, der selbstbewußt kam, sah und konnte, fügten sich als Mannschaftsspieler ein wie auch Philipp Seppendorf, ein ehemaliger Wstfalia-Kicker aus Kinderhaus.
In der Sommerrunde belegte das Team um Kapitän Boris Jurcic einen Platz im Vorderfeld. In der Winterrunde war nur die F-Jugend der SG Telgte dank eines Ausnahmekönners besser. Beide Spiele gewannen die Telgter äußerst knapp und glücklich.
Die F-Jugend war ein gern gesehener Gast bei Turnieren, die von in der Jugendarbeit renommierten Vereinen wie dem ESV, Westfalia Kinderhaus etc. veranstaltet wurden. Hier zogen die Aasee-Bambinis vordere Plätze und Pokale ab. Turniersieger gar wurde man beim „Erz-“ und für einige Spieler „Klassenrivalen“ Wacker Mecklenbeck. Als Lohn gab es einen WM-Mini-Pokal, der nun im Vereinsheim steht. Wacker hielt sich freilich bei dem von BW Aasee ausgerichteten F-Turnier schadlos.
Schon in dieser Saison zeigte sich, daß BW Aasee über einige talentierte Fußballer verfügt, die den Vergleich mit etablierteren Mannschaften nicht scheuen brauchen.

Weitere Veränderungen brachte die Saison 1989/90. Die Arbeit für den Verein machte sich bezahlt. Es konnten zwei Jugendteams gemeldet werden, eines in der F- und nun auch eine E-Jugend. Willy Helmig, der sich schließlich bereit erklärte, die F-Jugend zu übernehmen, engagierte sich – und das ist wörtlich zu nehmen – für das F-Team. Er bildete aus vielen neuen und einigen „erfahrenen“ Spielern ein gutes Team, das sich im Freien und in der Hallenrunde mit Vorderplätzen hervorragend schlug.

Dennoch gab es ein Problem. Der Trainer der E-Jugend, also der Schreiber dieser Zeilen, mit dem Sternzeichen Stier, verhielt sich wie selbiger. Es gab rote Tücher, gegen die ich blindlings anrannte und wegen derer ich zurück zu Westfalia Kinderhaus ging. Die nunmehr E-Jugendlichen kritisierten diesen Wechsel im Laufe der Saison – zurecht, wie ich meine – denn es fehlen bei einem nicht im Verein spielenden Trainer Identifikationsschwierigkeiten.
Ob es daran lag, daß die E-Jugend im Laufe dieser Saison fast alle Spiele verlor, vermag ich nicht zu sagen. Es gab jedenfalls viele unglückliche Niederlagen, bei denen sich Verletzungen, Pech und Pannen im Abwehrverhalten als Manko erwiesen. Dabei hielten die BW-Jungs spielerisch mit der Vielzahl der Teams in der Winterrunde, im Freien und bei den Turnieren mit. So erhöhte sich bei beiden Teams die Zahl der regelmäßig eingesetzten Spieler. Im Frühjahr dieses Jahres erschien die Möglichkeit gegeben, ein drittes Jugendteam für diese Saison zu melden.

Doch es wirkte sich nachteilig aus, daß die Jugendarbeit auf den Schultern weniger verteilt war. Schon im Frühjahr planten wir aufgrund eigener Erfahrungen in unserem Fußballerleben unsere Fahrt nach Meppel in Holland. Da die beabsichtigte Nachbereitung bisher nicht stattfand, beschreibe ich kurz meine Einschätzung. Die Fahrt war für viele Eltern grundsätzlich zu teuer. Weiterhin fehlte trotz Vorbesprechungen weitgehend deren und die Unterstützung von Vereinsmitgliedern. Im Gegensatz zu fast allen Teams kamen bei uns aufgrund der fehlenden Unterstützung im personellen Bereich Aspekte wie Völkerverständigung, Europa, Kontakte, Kultur und Kommunikation zu kurz. Dennoch war der Spaß innerhalb der Elf, die erstmals auf dem Großfeld spielte und den letzten Platz belegte, groß. Wir gingen danach von einem weiteren Zusammenspielen aller sowie einiger Zugänge aus.

Leider kam es anders. Bei einer Sitzung der Fußballabteilung gelang es in gemeinsamer Überlegung, ein Patenschaftsmodell zu entwickeln, nach dem jede Seniorenmannschaft für eine Jugendmannschaft zuständig ist. Die Weichen sind also günstig gestellt. Mit Hannes Kortemeyer fand sich ein Nachfolger für Willy Helmig, der aufgrund privater Veränderungen, verletzungsbedingt und wegen beruflicher Verpflichtungen die F-Jugend-Arbeit nicht mehr kontinuierlich verrichten kann. Ach ich mußte meine Aufgaben abgeben, da ich auswärts eine Stelle fand.
„Freddie“, Frederic Müller-Ehrenberg trainiert nun die E-Jugend und lieferte quasi als Einstand den Turniersieg bei Wacker Mecklenbeck. Die E-Jugend steht nun mit an der Tabellenspitze, während sich die F-Bambinis noch schwertun. Beide Teams vertrauen ihren Trainern, die prinzipiell allen gleiche Chancen einräumen, um Fußball im Jugendalter eine der herrlichsten Nebensachen der Welt sein zu lassen.
Trotzdem haben sie mit personellen Schwierigkeiten zu kämpfen, da viele auch andere Freizeitinteressen haben. Deshalb: Blau-Weiß Aasee ist an jungen Spielern im Alter von 5-10 Jahren interessiert, die Spaß am Fußball haben (wollen).

Jürgen Klaukien