Der Aaseher Juni 1991
Der Aaseher Juni 1991 - Ausgewählte Beiträge


Berlin, Berlin
Und dann doch nur Münster

BWA-Intern
Aus der Fußball-Abteilung

Volleyballerfolge
Saisonrückblick

Spiel, Spaß und Turnen
Kinderturnen am Dienstag

Berlin, Berlin

Und dann doch nur Münster

Neben den herbergerschen Weisheiten von der immerwährenden Rundheit des Balles, der 90minütigen Dauer eines Fußballspieles und des schwersten, weil nächsten Gegners, darf auch die These vom Pokal und seinen eigenen Gesetzen die Weihen ewiger Wahrheit für sich beanspruchen. Zur erneuten Beweisführung traten die 1. Mannschaft von Blau-Weiß und die A-Liga-Mannschaft vom SC Münster 08 im diesjährigen Pokalwettbewerb gleich zweimal gegeneinander an. Spannender, da waren sich die zahlreich erschienenen Experten am Spielfeldrand einig, verlief auch das Europapokalduell zwischen dem Roten Stern aus Belgrad und dem FC Bayern München nicht.

Vor Spielbeginn bestand allgemeiner Konsens, daß die Mannen um Ex-Preußens-Bundesligaligatorhüter Dirk Winter wohl kaum zu besiegen sein würden. Ohne daß ein Klassenunterschied erkennbar gewesen wäre spielte Blau-Weiß jedoch ein 1-1 Remis heraus, wobei der Treffer von 08 weniger auf spielerisches Geschick denn auf – um es vorsichtig zu formulieren – Uneinsichtigkeit des Schiedsrichters zurückzuführen war, der kurz vor Spielschluß auf einen unberechtigten Elfmeter entschied. Schließlich gelang Sekunden vor dem Abpfiff doch noch der gerechte Ausgleichstreffer. Einbrechende Dunkelheit machte es schließlich unmöglich, das Spiel fortzusetzen, so daß ein Wiederholungsspiel anberaumt wurde.
Nach dramatischem Kampf auf roter Asche besiegte Außenseiter BW-Aasee den Favoriten 08 schließlich mit 3-2 Toren und eröffnete sich damit die Möglichkeit, in der 4. Pokalrunde auch die Bezirksligamannschaft von Sassenberg auszuschalten.

Nun begannen die Spekulationen! Der lange Weg nach Berlin, den Ort des alljährlichen Pokalendspiels, rückte ein Stück näher. Ein Sieg gegen Sassenberg erschien möglich. Zieht man die aktuelle Stärke der Bundesliga-Mannschaften in Rechnung, wäre es im kommenden Jahr wohl zu einem Endspiel gegen Werder Bremen, Schalke 04 oder Kaiserslautern gekommen. Köln und Dortmund erschienen aufgrund technischer Schwächen und zu wenig ausgeprägten Flügelspiels von vornherein als chancenlos. Bayern München hatte im Europapokal gezeigt, daß es noch keine Mannschaft internationaler Klasse ist. Da der erfolg somit vorprogrammiert schien, konnte man sich im Stillen bereits auf den anstehenden Europapokal 1993 konzentrieren.
Doch der VfL Sassenberg ließ diese Blütenträume zerplatzen. Obwohl Aasee mehr und bessere Torchancen herausspielte als der Bezirksligist und Fast-Aufsteiger in die Landesliga, gelang es Blau-Weiß Aasee nicht, den Pott an die Aa zu holen. Viele Torchancen konnten nicht genutzt werden, während Sassenberg aus wenigen Möglichkeiten 5 Tore machte. Aus Berlin wurde somit nichts.
Aber: In Berlin ists gar nicht so schön und der Rasen im Olympiastadion soll noch schlechter sein als das Kieselrot auf Aasee.


Internes aus der Fußball-Abteilung

BWA-Intern

Saison 1990/91, Brief an die nahezu 70 Mitglieder
Rück- und Ausblick, Terminkalender

Hallo Leute,
Münster, den 15.05.1991

Nach nahezu zweijähriger Tätigkeit als Euer Fußballobmann werde ich dies recht wichtige Amt in jüngere, dynamischere Hände legen.

Rückblick
Ein Blick zurück ist kein Blick in Zorn. Im Gegenteil, eigentlich können wir mit dem, was wir geschafft haben, ganz zufrieden sein.
Nach dem Abstieg aus der Kreisliga A und dem nahezu freien Fall in die Kreisliga C, hat sich die Fußballabteilung gut erholt und steht zum Abschluß dieser Saison 1990/91 ziemlich solide da, mit, wie ich finde, wirklich positiver Tendenz.
Selbst wenn wir wissen, daß das, was wir machen, sich auf fast niedrigstem bundesdeutschen Niveau (einschl. neue Länder) abspielt, kann ich mit der 1. Mannschaft und deren 4. Platz in der Kreisliga B (direkt nach dem Aufstieg in diese Klasse) sehr zufrieden sein. Darüber hinaus befindet sie sich auch noch in der 4. Runde des DFB-Pokals und tritt dabei gegen VfL Sassenberg an, das zur Zeit die Bezirksliga-Tabelle anführt.
Viel wichtiger erscheint mir aber, daß durch unseren Trainer, Tom Vetter, ein für uns neues Spielsystem, von Mann- zu totaler Raumdeckung, eingeführt wurde, daß ein jeder der Spieler das Gefühl hatte, neben dem Spaß, den der Erfolg bringt, auch noch etwas dazugelernt zu haben.

Für die 2. und 3. Mannschaft war die Saison m.E. nicht so glücklich und erfolgreich. Die Trainerwechsel Mitte der Saison waren aus beruflichen Gründen unvermeidbar, wirkten sich aber im ganzen negativ aus.
Wir haben es Leuten wie Michael Wilmsen, Thomas Köstens, Uli Dalkmann, Frank Reuß zu verdanken, daß doch noch Trainer und Ansprechpartner für die Rückserie vorhanden waren.
Auch die vor der Saison gemeinsam beschlossene Konzeption, Spieler ordnen sich nach Sympathie der 2. oder 3. zu, ist nach den jetzigen Erfahrungen zumindest nicht glücklich.

Wie sehen auf diesem Hintergrund die Planungen für die nächste Saison aus?

Trainerfrage
Nach den beiden Glücksgriffen der letzten zwei Jahre, Nassi Bußmann und Tom Vetter, glauben wir für die kommende Saison einen ähnlichen Coup gelandet zu haben. Ebenso ehem. Verbandsligaspieler und B- und A-Lizenz-Inhaber wie seine Vorgänger, wird Henry Freese unser neuer Trainer.
Natürlich wird jeder, der Lust, etwas Zeit und grundlegende fußballerische Fertigkeiten besitzt (Ballaufpumpen, einfetten … bzw. schon einmal ein Tor geschossen hat) seine Chance bekommen, in der 1. Mannschaft zu spielen. Darüber hinaus soll die Kooperation mit 2. Mannschaft enger werden.
Auch für die 2. Mannschaft, die sich etwas trainings- und leistungsorientierter zusammensetzen soll, suchen wir einen Trainer von außerhalb.

Hier jedoch sind wir noch nicht fündig geworden.

Die 3. Mannschaft, die sich in diesem Jahr viel besser aus der Affäre gezogen hat, wie die Saison zuvor, bleibt natürlich auch bestehen.
Sie wird weiterhin betreut von Thomas Köstens und Frank Reuß und wird allen offenstehen, die Lust haben, sonntags zu kicken. Doch auch für diese Mannschaft schwebt mir noch ein gemeinsamer Wochentrainingstag vor.
Das wäre z.B. im Sommer der Freizeitfußballtermin von Mario Scalla, mittwochs 18.30-20.00 Uhr auf den Rasenplätzen an der Sentruper Höhe bzw. im Winter der bekannte Freitagstermin. Dazu müßte in der Woche ein fester Ansprechpartner für neue Leute vorhanden sein.

Spielerfrage
Nach meinen Erkenntnissen werden in dieser Saison einige Spieler mit dem regelmäßigen Kicken aufhören.
Aus diesem Grund bitte ich Euch, vielleicht noch neue Leute dazuzugewinnen. Über „Na dann“ oder in Eurem Freundeskreis. Wenn man darüber hinaus noch Ziele wie den Aufstieg einer Mannschaft anpeilt, scheinen mir neue Spieler unerläßlich.

Fußballobmann
So Ihr es wollt, wird Klaus Ehling das Amt des Obmanns übernehmen. Michael Wilmsen wird ihm dabei assistieren (Schriftkram wie Schiedsrichtereinladungen, Gegner usw.) Nach meinen Erfahrungen kann man aber noch Leute gut brauchen, die intensiven Kontakt mit Presse, Hörfunk … pflegen oder sich, auf niedrigstem Niveau, um ein „Marketing“ der Fußballabteilung kümmern. Besprechen werden wir dies und anderes auf dem diesjährigen Treffen der Fußballabteilung Anfang Juni in der Blechtrommel, Dienstag, den 11.06.91 um 20.30 Uhr.

Schiedsrichter
Nach wie vor suchen wir Schiedsrichter. Wir sind bereit, zusätzlich zu der normalen Entlohnung vom Gastverein (20-30,- DM) eine nicht unerhebliche Aufwandsentschädigung zu zahlen (nahezu Dozentengehalt!).
Ihr wißt, daß der Schiedsrichter nur acht Spiele im Halbjahr pfeifen muß. Der nächste Lehrgang findet im September statt. Wendet Euch an Klaus oder Mario Scalla, unseren Schiedsrichterbetreuer (Tel.: 784703). Der genaue Termin ist der 21.09.91.

Terminkalender
11.6. 20.00 Uhr Versammlung der Fußballabteilung in der Blechtrommel.
- Vorstellung des neuen Trainers
- Wahl des Fußballobmanns
- Konzeption der drei Mannschaften in der neuen Saison.

Dienstags in Juni und Juli
18.00Uhr Kicken auf dem Rasen zwischen Aaseesportplatz (Ossietzky-Str.) und Mecklenbecker Str.

Mittwochs Juni-Oktober
18.30 Uhr Marios Freizeitkicker spielen auf den Rasenplätzen an der Sentruper Höhe.

30.07.91 Trainingsbeginn 18.00Uhr auf unserem Sportplatz (Bonhoefferstr.)
01.09.91 1. Meisterschaftsspiel der drei Mannschaften.


Das wars     Hugo

Saisonrückblick

Volleyballerfolge

Volleyball beim Blau-Weiß Aasee erfreut sich immer größer werdender Popularität. Während in der Saison 89/90 lediglich eine Herrenmannschaft in der Kreisliga um Punkte kämpfte, gelang es dem Verein, für die darauffolgende Spielzeit gleich zwei Herrenmannschaften ins Rennen zu schicken. Und das mit beachtlichem Erfolg! Die „erste“ Mannschaft, neu formiert mit den zahlreich dazugekommenen Spielern aus den anderen Vereinen, fand in dieser Spielklasse eigentlich keine rechte Konkurrenz. Den schwersten Gegner hatte man in der eigenen „zweiten“ Mannschaft. So empfiehlt sich die Erste mit einem verlustpunktfreien Aufstieg in der Saison 90/91 für die Bezirksklasse.
Zwar konnte diese Mannschaft noch durch zwei starke Spieler aufgestockt werden, aber es bleibt abzuwarten, ob Fortuna auch in der nächsten Saison auf seiten von Blau-Weiß Aasee wiederzufinden ist.
Die zweite Mannschaft bilden jene Spieler, die Blau-Weiß Aasee seit langem schon die Treue halten. Das zahlte sich in der abgelaufenen Spielzeit aus: Durch eine geschlossene Mannschaftsleistung belegte man den zweiten Platz in der Kreisliga, lediglich gegen die erste Mannschaft mußte man als Verlierer das Feld verlassen.
Beim daraus resultierenden Relegationsspiel gegen eine ehrgeizige, junge Mannschaft aus Hamm hatte die zweite Mannschaft mit 0:3 zwar das Nachsehen, bot den wenigen Zuschauern jedoch eine [unkenntlich].

So hat sich also einiges getan im Volleyballager von Blau-Weiß Aasee! Die Zeiten, in denen man teilweise verzweifelt versuchte, auch mit fünf Spielern ein interessantes Training zu gestalten, sind wohl endgültig vorbei.
Die Schwierigkeit liegt nun vielmehr darin, in den zur Verfügung stehenden zwei Stunden am Montagabend die rund vierzehn Spieler ausreichend und sinnvoll zu beschäftigen! Nichtsdestotrotz kann in dieser Abteilung nur von einer durchweg positiven Entwicklung die Rede sein, die hoffentlich noch lange anhält.

Heike Flockert


Soweit ein Saisonrückblick unserer jungen und dynamischen Trainerin, dem nichts hinzuzufügen ist. Jetzt noch zwei Worte zu unseren beiden Breitensportveranstaltungen.
Während sich am Dienstag unter den behutsamen Händen des Alt-Blau-Weißen Andreas Roth ein festes Fähnlein von Jungs gefunden hat, steht der Donnerstagabend wieder einmal im – fast schon traditionellen – Umbruch. Zwischen vier und sechzehn bewegte sich in den letzten Wochen die Zahl der Teilnehmer. Ergo wird insbesondere hier jeder Neuzugang mit bodenständig-treuer Neigung zum lustorientierten Schlag wärmstens willkommen geheißen.

Dirk Lefering


Kinderturnen am Dienstag

Spiel, Spaß und Turnen

(Alter ca. 5-8 Jahre)

„Die Turnlehrerin ist da“, „da kommt die Inge ja endlich, los wir können rein“, „die Dünne ist das – komm Nico, umziehen, wir spielen Hockey“, „Frau Inge, was machen wir heute, Trampolin?“ – „mal seen, vielleicht; wir können es aber auch mal mit dem Barren oder den Ringen versuchen“ – „au ja, was ist denn das?“ – „nee, lieber Trampolin“ – „wir holen heute mal den Barren raus und schauen, was ihr daraus machen wollt, dann können wir Übungen an Barren und Trampolin kombinieren“.
„Ich hab meine Freundin Bianca mitgebracht“ – „und ich meine Schwester Sandra“ – „können die auch mitmachen?“ – „na klar“. Dann geht es unter viel erzählen über die neuen Rollschuhe, die kranke Schwester, einen fehlenden Freund, der bei einer Geburtstagsfeier ist, und die nachmittägliche Erkenntnis, daß Mathe doch gar nicht so doof war, mit dem Spiel, dem Spaß und dem Turnen los.
Ganz grob gliedern die meisten Turnstunden (1 ½ Stunden) sich so, daß die Kinder in den ersten 20 bis 30 Minuten mit Kleingeräten ihrer Wahl spielen und turnen. Am beliebtesten sind dabei die Seilchen, Bälle, Ringe, Reifen und das Hockey-Spiel. Die Kinder haben immer neue Ideen, mit den Geräten umzugehen und dabei viel Spaß und erstaunliche Ausdauer. Ich bewundere ihre Fortschritte, ihre Einfälle und gebe evtl. kleine Impulse zur Veränderung oder Verbesserung.
Im zweiten Teil der Stunde (gut 1 Std.) bauen wir Großgeräte auf. Als ich im Februar diesen Kurs übernahm, ging ich mit der Erwartung zu der ersten Turnstunde, die Kinder würden am liebsten Brennball, Schlagball, Hockey, Völkerball u.ä. spielen. Weit gefehlt – trotz wiederholter Fragen meinerseits, ob Ball- oder Laufspiele gewünscht seien, ziehen die Kinder das Turnen mit großer Entschiedenheit vor. Am beliebtesten und somit am häufigsten benutzt ist das Minitrampolin. Außerdem turnen wir an den Tauen, Ringen, an der Kletterwand, mit großen und kleinen Kästen, am Barren (demnächst stehen reck und Hochsprung auf dem Programm), und der große Weichboden ist natürlich immer dabei. Selbstverständlich werden fast immer verschiedene Geräte miteinander kombiniert, um mehr Abwechslung und Beweglichkeit in die Stunde zu bringen und um den verschiedenen Wünschen und Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden.
Der Spaß, den die Kinder beim und am Sport haben, ist das Hauptanliegen dieser Turnstunde, (hinzu kommt der Spaß, den ich beim Betreuen der Kinder habe). Weiter geht es darum, den verschiedenen sportlichen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden; sportliche Leistungen im Nachmittagsturnen zu erbringen, diese zu verbessern und zu steigern wird von mir angeregt, aber nie gefordert; es entspricht aber sowieso einem Bedürfnis der Kinder. So gibt es keine Leistung, die durchgängig von der ganzen Gruppe erbracht wird –die persönlichen und altersbedingten Unterschiede sind z.T. recht groß –, aber jedes Kind hat seine ganz persönliche gute Leistung, die es mit Freude und absolut freiwillig erbringt, und jedes hat seine persönlich Leistung im Laufe dieses Kurses erstaunlich verbessert.
Ich denke, dieses von BW Aasee initiierte und von der Matthias-Claudius-Schule dankenswerterweise unterstützte Kinderturnen sollte auf jeden Fall fester Bestandteil dieses Stadtteils bleiben. Im Moment geschieht das oft so, daß teilnehmende Kinder ihre interessierten Geschwister und Freunde mitbringen. So kann das gerne weitergehen. Mit vielen Grüßen

Inge Schulte