Der Aaseher September 1992
Der Aaseher September 1992 - Ausgewählte Beiträge



Shoot-Out in Ostwestfalen










Shoot-Out in Ostwestfalen


Trotz aller Professionalität im Umfeld bezeichnen einige Spieler die Dritte als „Hobbytruppe“. Was lag da näher als am Turnier für Hobbymannschaften des SV Blau-Weiß Benhausen teilzunehmen. Wegen des Semesterendes (Klausuren etc.) und beginnender Urlaubszeit scheiterte der Versuch, auch Spieler der 2. und 1. Mannschaft mitzunehmen. So machten sich nur 10 Fußballer auf nach Ostwestfalen in den 2000-Seelen-Stadtteil Paderborns.

Als 11. Mann schlüpfte dort der Dorfbewohner Ludger Heiermeyer (Danke!) in das Aasee-Trikot. Er, der nach eigenem Bekunden erst zweimal in einer Mannschaft Fußball gespielt hatte, erwies sich im Turnier als der kampfstärkste Blau-Weiße (Ludger ist Karatekämpfer!). Über die einzelnen Spiele soll hier aus gutem Grund nicht berichtet werden …
Am Ende erhielten wir aus der hand des Benser Geschäftsführers den Pokal mit der Aufschrift „4. Sieger“ – es nahmen nur vier Mannschaften teil. Außer der Dritten die Elf der Kneipendisco „Sappho“ (Sieger mit Kreisliga-B-Format), die Werkssportgruppe aus Läipzisch und die Hobbykicker des Ausrichters.
Daß ein Pokal nicht nur zum Verstauben in Vereinsräumen taugt, zeigten die Leipziger, die ihren Cup flugs zum Sammelgefäß für Geldscheine umfunktionierten und so die reibungslose Versorgung mit isotonischen Getränken sicherten.

Ein vorher nicht geplanter Besuch einer privaten Geburtstagsparty in der örtlichen Kulturscheune ließdie nacht einerseits recht lang, andererseits umso kürzer werden. Die Nachtschwärmer hatten, in den frühen Morgenstunden von ihrem Nachtquartier, einigen Turnmatten in der Sporthalle der Grundschule, hochgeschreckt, dann auch ein arges Schlafdefizit zu beklagen.
Das opulente Frühstück im Haus des Benser Hobbytruppenpräsidenten (Danke Regina und Andreas) weckte die Lebensgeister jedoch wieder schnell. So gestärkt konnten wir noch das Vereinslokal, welches neben einem Bordell der einzige Gastronomiebetrieb am Ort ist, zur besten Sonntagsfrühschoppenzeit besichtigen. Es erhält wg. Der geschmackvollen Einrichtung und der dort anzutreffenden Charaktere (80% Schalker) das Prädikat „Muß man gesehen haben, wenn man mal in der Gegend ist“.

Danach stand der heimfahrt im gecharterten Kleinbus nichts mehr im Weg. – Doch. – Die Episode der vermißten, vergessenen, verloren geglaubten und doch wiedergefundenen Kontaktlinsen des etatmäßigen Vorstoppers wird den Mitgereisten wohl ewig „im Auge“ haften bleiben („Während Du im Müll gewühlt hast …“)
Der Lohn all dieser Mühen ist im Vereinsraum zu besichtigen.

Schlußanregung: Ein Wermutstropfen jedoch fällt in fast alle dort angesammelten Pokale. Die selbstverständliche Rückeinladung solcher noblen Gastgeber (Altenhellefeld, Steinbeck, Benhausen) ist bisher nicht erfolgt. Da ein Turnier aufgrund der Schiedsrichterquotenregelung nicht möglich ist, könnte doch eine Einzeleinladung zu einem Freundschaftsspiel angestrebt werden!?!

o. V.