Der Aaseher Juni 1993
Der Aaseher Juni 1993 - Ausgewählte Beiträge





ran - ein Saisonrückblick








ran - ein Saisonrückblick

(AD/satt) Unserem Reporter Reinhold B. ist es gelungen, einige interessante Hintergrundinformationen von der Überraschungsmannschaft der vergangenen Saison zu erfahren, die Zeugnis von der wahren Stärke der Kreisliga-B-Truppe geben. BW Aasee I, die Mannschaft, die noch vor einem Jahr nur knapp dem Abstieg entkommen konnte, wurde nun fünfte und fähig, gar den späteren Meister locker zu besiegen. Wir fragten nach den Gründen.

ranfahrt:
- Erfolgstrainer Uli H. konnte – dank der hervorragenden personellen Besetzung des Vereins - 32 (!) Spieler in 30 Meisterschaftsspielen einsetzen. Sein Kommentar hierzu: „Es ist mein persönlicher Rekord. Bisher habe ich noch nie über einen so umfangreichen Kader verfügen können.“
- Erfahrung ist ein Grundstein des Erfolges des BW Aasee: Das Durchschnittsalter der Mannschaft beträgt 31,17 Jahre. Daher störten auch kaum jugendliche Hitzköpfe ein wohlkoordiniertes Spiel, sondern alte, erfahrene Fußballer zelebrierten ein intelligent aufgebautes System auf dem grünen Rasen. Für jeden Fußballkenner ein Genuß! So kann auch der Ausruf des erfahrenen Mittelfeldakteurs Uwe K. (39) nicht ganz ernstgenommen werden, der klagend ausrief: „Oh, wenn wir doch fünf Jahre jünger wären!“
- Zwischen den Pfosten stand Hanno T., ein Symbol der Sicherheit, der nicht einmal den Vergleich mit Torhütern wie Eike Immel scheute. Der Keeper vor einem Meisterschaftsspiel: „Was haben ich und Eike Immel gemeinsam? – Wir tragen beide das gleiche Trikot. Und was unterscheidet uns beide? – Immel hat gestern fünf Tore kassiert!“ Leider muß erwähnt werden, daß der Torwart des BWA zwei Stunden später auch in diesem Punkt mit Eike Immel gleichziehen konnte: BWA verlor das Spiel mit 1:5.

Diese Niederlage veranlaßte den Vereinspräsidenten dazu,7 Kästen Bier für das Erreichen des fünften Platzes auszusetzen, was die Mannschaft zum Schrecken des verdutzten Präsidenten auch geschafft hat. Auch der von ihm angewandte Trick (er bestand auf seinen Einsatz in den beiden letzten Meisterschaftsspielen) konnte den Erfolg nicht mehr verhindern.
- Der unausweichliche Erfolg der Mannschaft veranlaßte ihren Kapitän und Gewerkschaftsboss Tequo T. zu der Überlegung, den Verein in eine Blau-Weiß-Aasee-AG umzuwandeln, ihre Aktien an der Frankfurter Börse anzubieten, um dann mit Hilfe von Insider-Informationen die finanzielle Lage des BWA zu sichern.
- Auch für den Beistand aus himmlischen Sphären war bei BWA gesorgt. Ihr Verteidiger Ralf S. sagt von sich selbst. „Ich habe gute Verbindungen nach oben.“
- Als weiterer Garant des Erfolges muß auch Reiner V. genannt werden, „der Mann mit dem härtesten Schuß“, dem es sogar zweimal gelang, den eigenen Torwart zu überlisten: Sein traumwandlerisch sicheres Torraumverhalten war daher auch in der eigenen Mannschaft gefürchtet.
- Auch Markus F. war eine Bereicherung des Spielgeschehens der BWA-Truppe. Nach seinem Abschied vom Radsport („Es war ein schmerzhafter Abschied vom Geschicklichkeitsradfahren, aber ich bereue nichts!“) fühlte er sich als Stürmer auf dem Platz sicherer aufgehoben als auf einem Fahrrad.
- Ein prägendes Moment eines jeden Spiels der Aaseer wurde im Verlauf der Saison der hoppelnde Laufstil des Stürmers Udo K., der von seinen Mitspielern leider nur unzulänglich nachgeahmt werden konnte.
- Natürlich gab es auch Schwächen in der Truppe des BWA. An diesen dokterte der Mannschaftsarzt Christoph W. herum. Sein größtes Augenmerk richtete sich auf das (frei nach Boris Becker) dentale Problem, wo er auf großartige Erfolge in der Behandlung von wenig Biß verweisen konnte.
- Ständig neue Anregungen brachte der Mittelfeldspieler Volker L. in die Mannschaft ein, dessen zahlreiche Eindrücke aus der italienischen Liga aromatisiert mit thailändischen Gewürzen bei BWA fruchteten.
- Letztlich aber ist als nicht unbedeutend die taktische Arbeit des Trainers Uli H. zu nennen, der mit seiner Raumdeckung bei den Spielern auf offenen Ohren und größte Begeisterung stieß. Verständlich, wenn man sich die Vorstellungen des Uli H. vor Augen führt, die vor jedem Spiel an die Mannschaft in einer übersichtlichen Weise vermittelt wurde. Wie an der unten angeführten Skizze (aus der Feder des Trainers stammend) deutlich wird, zeichnet sich das Spielsystem des BWA durch große Klarheit und eindeutige Raumzuteilung aus.
- Auch wenn hier nur einige der 32 Spieler zu Wort kommen oder genannt werden konnten, so darf nicht vergessen werden, daß sie alle 11 bzw. 32 Freunde sind, wie es schon Sepp Herberger forderte.
dranbleiben
BWA gewann in der vergangenen Saison 15 Spiele, 5 spielten die Kicker unentschieden und 10 haben sie verloren. Sie schossen 46 Tore und kassierten 31. Dieser Aktionismus wurde mit dem fünften Platz belohnt.

ranissimo
Wie uns gerade aus gut informierten Kreisen mitgeteilt wird, ist die Trainerfrau Alexandra D. an dem Erfolg der Mannschaft beteiligt gewesen, da sie (und nicht wie irrtümlich angenommen Uli H.) allsonntäglich am Frühstückstisch zwischen Café au lait, Vollkornbrötchen und Marmelade die Mannschaftsaufstellung besorgte.